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Ford Focus ST – Seat Leon 2.0 TFSI Test

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Seat Leon 2.0, TestberichtIm Leon der 2. Generation erschließt sich eine neue Welt. Eine mit mehr Raum: Länge +131, Breite +26, Höhe +19, Radstand +67 Millimeter. Ist das an so verschiedene Kategorien wie Coupé und Van angelehnte und mit Alfa-Elementen (hintere Türöffner, Heckleuchten) aufgefrischte Design durchaus streitbar, weil die extrem flach stehende Windschutzscheibe und die extrem breite D-Säule samt winzigem Heckfenster den Blick stark kappen, so erklärt sich der im Vergleich zum Vorgänger so andersartige Karosseriezuschnitt sofort im Innenraum: Der Platzgewinn ist, weil der Innenraum (gerechnet von der Pedalerie bis zu hinteren Rücklehne) um 88 auf 1.929 Millimeter gewachsen ist, eklatant.

Dass der Focus weniger mit Fensterverglasung an Flanke und Heck geizt, dadurch mehr Übersicht zulässt und wegen der etwas höheren Dachlinie (978 mm Kopfraum hinten statt 963) noch etwas größere Mitfahrer im Fond zulässt, ist jedoch genauso Tatsache. Ebenso ist die Karosse weniger seitenwindempfindlich als die des Seats, wo sich der Wind nicht nur spüren, sondern auch hören lässt.

Merklich stärker als im Leon, wo unerfahrene Mitfahrer vor der Hecktür ratlos Eingang proben („Wo ist der Griff?“), ordnet sich im Focus die Funktion dem Design unter – was bei aller schönen Optik klar macht: Design ist kritisch, wenn es elementare Fragen aufwirft: Keine schöne Aussicht, wenn Helfer am Unfallort die schicken Leon-Türöffner suchen, oder? Gut daran taten die Seat-Designer aber, die bequemen und, wie im Ford, viel Seitenhalt bietenden Sportsitze tief zu platzieren – eine sportlichere Position als im ebenfalls mit exzellenter Recaro-Bestuhlung ausgestatteten ST.

Ford Focus ST. Leon TestDer Kölner markiert, im Farbton und in der wildesten Optik der Focus-Baureihe, sein Recht auf die Vorfahrt. Die fünf Töpfe, eben noch verhaltend säuselnd, grollen. Tief aus monumentalem Auspufftopf. Das charaktervolle Fünfzylinderspektakel, inszeniert über zwei dicke Chromrohre am Fahrzeugende, bedarf keiner hohen Drehzahlen. Der 20-Ventiler stapelt schon auf tiefem Drehzahlniveau einen hohen Berg Drehmoment: 320 Nm zwischen 1.600 und 4.000/min. 6,8 Sekunden vergehen bis 100. Auch im sechsten Gang jenseits der 200 km/h hat der Schub kein Ende. Die maximal 241 km/h gehen dem ST stressfreier von der Hand, als das stressende Knallorange (1.200 €) erwarten lässt.

Ford Focus ST, Test
Von stillerem und unauffälligerem Charakter, aber mit ähnlicher Effektivität nimmt der Leon 2.0 TFSi die Straße unter die Räder: 221 km/h Spitze, 7,8 Sekunden von Null bis 100 km/h, den stehenden Kilometer in 28,4 Sekunden. Im Hintergrund fast allzeit ein extrem breiter Drehmoment-Tafelberg (270 Nm von 1.800 bis 5.000/min). Gleichmäßig und geschmeidig hängt der 16-Ventiler am Kraftfluss, spontan nimmt er Gas an. Mit Turbolöchern und verzögertem Antritt hat dieser Motor nichts mehr zu schaffen.

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