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Fiat 500 Elektro Cabrio Test: Back to the roots

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Was sagt der Autotester im Test über den Fiat 500 Elektro?

Motorhaube auf. Unbekanntes Land: E-talien! Der Fiat 500 zweizylindert nicht mehr (Test Fiat 500c 0.8 Turbo). Er dreizylindert nicht wie der noch im Angebot stehende Hybrid (Test Fiat 500 Hybrid) und die Vierzylinder sind im Cinquecento definitiv vom Tisch (Test Fiat 500c 1.2). Der Motor flüstert nur noch und summt dir was.

Fiat 500 Cabrio Elektro FrontpartieFiat 500 Cabrio Elektro Elektromotor

Und das in sauber: null Emission, Co2-Emissionsklasse A+++. Mit 95 oder 118 PS Leistung? Besser mit 118 PS Leistung, denn in Kombination mit dem 95-PS-Elektromotor ist die Batterie definitiv viel zu klein.

Im 500 Elektro Basismodell mit 95 PS starkem Motor sitzt ein 1-moduliger Batteriepack mit 108 Zellen und nur 23,8 kWh Speicherkapazität, von der sich netto gerade mal 21,3 kWh nutzen lassen. Zu wenig für viel Reichweite. 

Mit dem 118 PS starken Elektromotor bekommt der elektrische Cinquecento immer die größere Lithium-Ionen-Batterie mit zwei Batteriemodulen, 96 Zellen und 42 kWh Batteriekapazität implantiert. Nutzbar sind davon 37,2 kWh.

Losfahren: vier Schalter unter dem Monitor; P/R/N/D. Der E-500 zeigt im Cockpit: „Ready“. Ruhe, aber dann. Stille Wasser sind tief und machen hier eine gute Welle.

Der Elektromotor ist sofort wach und liefert sofort. Er ist trotz 1,4 Tonnen Gewicht unmittelbar am Abzug. Die 3,1 Sekunden, die der Sprint von 0 auf 50 km/h dauert, entscheiden mehr über das Fahrgefühl, als die 9,0 Sekunden es tun, die im Sprint von 0 auf 100 vergehen.

Fiat 500 Cabrio Elektro Taste TürFiat 500 Cabrio Elektro Schalttasten Automatik

Der 118 PS starke Elektromotor versendet über die 1-Gang-Automatik unmittelbar 220 Nm auf die Vorderräder. Deshalb: Der Kleine kann sich an der Ampel, auch wenn er auf Herzchen macht, mit den Großen anlegen. Der Start hat für Cinquecento-Verhältnisse Wucht. Bei höherem Tempo geht dem Kleinen dann die Puste aus und bei 150 km/h wird abgeregelt. 

Mehr Tempo macht mit der 37,3-kWh-Batterie und dem Stromverbrauch von 14,0 bis 14,9 kWh keinen Sinn. Wegen der Reichweite. Die reicht nach einer Vollladung zwischen 298 und 321 km weit. In der Stadt, wo ein E-Auto am wenigsten verbraucht und wo der 500 Elektro Fußgänger mit einem hübschen Warn-Soundteppich verzückt, können es sogar bis zu 460 km sein. Können.

So viel zur Theorie, die in einem heißen Sommer mit voll laufender Klimaanlage und in einem kalten Winter mit voll laufender Heizung nicht besteht. Von einem Verbrauch um die 18 kWh/100 km und einer Reichweite von etwa 200 km sollte man ausgehen. An Reisequalität hat der Fiat 500 damit verloren, was er an Antriebsqualität gewonnen hat.

Fiat 500 Cabrio Elektro Test e-Mode Schalter, Radio Lautstärke

Dann geht´s wieder an den Stecker, wo sich der 500 Elektro mit 2,3 kW in einer Stunde gerade mal 15 km Reichweite in den Akku zieht. An der CCS-Ladesäule geht es mit bis zu 85 kWh weit schneller. In weniger als einer halben Stunde auf 80 %.

Im Modus „Sport“ oder „Normal“ und im stärksten Rekuperationsmodus macht Strecke machen am meisten Spaß. Im „Sherpa Modus“ ist der 500 Elektro, dem im Himalaya ziemlich schnell der Strom ausgehen würde, gefühlt nicht viel flotter als eine tibetanische Bergkuh. Das Bild hängt, weil 80 km/h schnelle Kühe selten sind. Aber, bei dieser Geschwindigkeit greift hier der Begrenzer.

Die Kraft des 500 Elektro lässt sich auch hier klasse dosieren. Das Bremsen durch Rekuperation ebenso. Bye bye Bremspedal.

Mit dem Gaspedal bremsen, durch einfaches vom Gaspedal gehen, funktioniert im elektrischen 500 wirklich bis in den Stillstand. Im E-Cinquecento noch besser als in den Großen wie einem Polestar 2 (Test Polestar 2) oder BMW i4 (Test BMW i4 M50 xDrive),

Fiat 500 Cabrio Elektro ArmaturenbrettFiat 500 Cabrio Elektro Front und ScheinwerferFiat 500 Cabrio Elektro Touchscreen Navi

Das Fahrverhalten überzeugt ebenso. Der Fiat 500 Elektro klebt so pappig wie ein weggeschmissener Kaugummi an der Fahrbahn. Mit den breiten 195ern im 16-Zollformat und dem 294 kg schweren Akkupack im Fahrzeugboden klappt das Kurve sausen wunderbar.

Der Wendekreis ist nicht so phänomenal wie in einem Honda e (Test Honda e). In engen und verwinkelten Stadtparkhäusern fühlt man sich mit einem Wenderadius von 9,7 Meter und nur 1,90 Meter Breite mit ausgefahrenen Außenspiegeln aber trotzdem pudelwohl.  

Wie im Fiat 500 Cockpit. Nachdem die schweren Türen fast lautlos, da elektrisch schließend, zugefallen sind, präsentieren sich das Cockpit und Interieur ziemlich luxuriös für so klein. Mit Holzoptik am Armaturenbrett, dem Lederlenkrad, dem bequemen ACC-Tempomat, der Sitzheizung …

Man blickt direkt hinter dem Lenkrad auf die Navikarte. Zwischen Fahrer und Beifahrer findet sich ein USB-Anschluss, eine 12-V-Steckdose und ein Flaschenhalter. Die Spracherkennung, Schalter links auf dem Lenkrad, versteht einen im Test gut. Die Taste für die Telefonbedienung findet sich darüber. Auf der rechten Lenkradspeiche sitzen die Stelltasten für den Radar-Tempomat …  Alles wie früher? Früher besaß eine Mercedes S-Klasse all diesen Luxus nicht. Heute ein Fiat 500 – neue Welt.

Fiat 500 Cabrio Elektro EmblemFiat 500 Cabrio Elektro Verdeck

Warum gerade den?

Handlichkeit? Wie immer. Leichtfüßigkeit? Wie immer. Platz? Wie immer. Kofferraum? Wie immer. Verdeck? Wie immer.

Preis? Hoch für kurz. Ausstattungsniveau? Gehoben für Knirps. Kraft? Viel für Knirps. Fahrspaß? Mehr.

Reisetalente? Weniger mit der begrenzten Reichweite der kleinen Batterie. Das erinnert einen an früher: den ersten 500 mit kleinem Tank. Elektrisch und offen: Back to the roots.

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WEITERE INFORMATIONEN

https://www.fiat.de/

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