
Der Motor zeigt zwei Gesichter. Der kompakte 1,5 Liter-16V bietet eine gute Performance, hängt gut am Gas, aber gerade dann, wenn er nochmals bei etwa 3.500 bis 4.000/min zulegt, nervt er mit eindringlich dumpfem Gedröhne. Später bei Tempo 130 wird der Motor dann, obwohl das Drehzahlniveau ziemlich hoch ist, akustisch vom Fahrtwind abgebügelt. Warum es hoch ist, verwundert angesichts der Getriebeabstufung allerdings kaum: 5.Gang bei 50 km/h, 5.Gang bei 170 km/h. Noch Fragen? Auch wenn der Verbrauch im Rahmen bleibt (7,4 l/100 km), der 6.Gang wäre die Lösung. Und auch sonst: Als Sternstunde der Schalthebelführung drängt sich das eher knorzige als knuffige Fünfgang-Getriebe mit dem langen Schaltstock auch nicht gerade auf.
Das Fahrwerk des Materia erledigt Kurven erdig. Dazu gutmütig und Lastwechsel verzeihend. In der Slalomgasse geht es um die Hochachse etwas in die Schräge, in flotten Kurven soft aus der friedlichen Neutralität hinüber ins friedvolle Untersteuern. ESP (negativ: nur im Testwagen. 650 € Aufpreis) bremst ein. Die vorderen Pneus ziehen wieder schön in die Spur. Bei 170 km/h (und dann 6.000/min) hätte man gerne mehr Lenkung in der Hand, ansonsten steuert man jedoch leicht und präzise durch die Kurven.
Die frische Designerphilosophie des Copen schwappte frech herüber zum Materia, wurde aber mit allerhand Kanten, Box-Design und Alltagsnutzen rational voll geerdet – Sprechen Sie den grinsenden Mini-Fahrer auf seinen Kofferraum an, und ihm vergeht das Grinsen. (2008)
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