Autotest

Lexus CT 200h Fahrbericht

Von  | 

Ein Prius für Fortgeschrittene? Ja und nein. Der neue CT 200h baut zwar auf den Prius-Antriebsstrang, ist jedoch ein komplett neu entwickelter Vollhybrid – Fahrbericht: Lexus CT 200h.

Lexus CT 200h Fahrbericht

Hybrid sells – „Vollhybrid ist unser Kerngeschäft geworden“, bringt es Karsten Rehmann, Pressesprecher von Lexus Deutschland, angesichts 80 Prozent Hybridanteil treffend auf den Punkt, und lacht sich insgeheim ins Fäustchen, dass sie in Wolfsburg mit dem Golf Hybrid noch lange nicht soweit sind.

Vier Vollhybride mit einer Leistung von 136 bis 445 PS hat man schon im Programm. Der fünfte Lexus Hybrid soll die Palette als gut ausstaffiertes Einstiegsmodell im Golf-Format (zehn Airbags, Panasonic-Hifi, Freisprecheinrichtung, Leichtmetallfelgen …) ergänzen.

Lexus CT 200h: Cockpit

Bitte Platz nehmen – Das kosige Lederlenkrad liegt gut in der Hand. Die Sitzposition in den serienmäßigen Sportsitzen ist rasch gefunden. Der gute Seitenhalt trägt viel zum Sitzkomfort bei. Und vor der Fahrernase ist auch alles klar: Die Bedienelemente und alle Instrumente im Blick.

Ergänzt um den Eco-Charge-Halbkreis im linken Rundinstrument und die digitale Darstellung des E- und Otto-Haushalts im rechten. Der Drehzahlmesser fehlt. Erst einmal, aber nicht lange. Denn nach dem Wechsel auf „Sport“ erscheint der Digitalzeiger plötzlich auf dem Monitor.

Das Fahrwerk überzeugt schon nach wenigen Kilometern Fahrt, das Zusammenspiel von Lenkung und Bremse ebenso. Die Steuerung geht leichtgängig und in „Sport“ mit mehr Lenkwiderstand und Kontur von der Hand. Wer den Sportler im Lexus spüren möchte, steigt ihm auf die Bremse.

Sehr energisch und verbindlich verzögert er. In schnellen Kurven ist das Walken der braven 15-Zöller zu fühlen und zu hören – eben auch, weil man im reinen E-Betrieb kaum mehr vernimmt als das Summen der Elektronik.

Lexus CT 200h: Sport SchalterLexus CT 200h: Hybridmotor

Elektrisch fahren ist nicht nur ein Gelegenheitsjob. Ist der Gasfuß erst einmal auf sanft gepolt, ist man nicht nur in der Stadt, sondern auch auf der Landstraße bis cirka 60 km/h häufig rein elektrisch unterwegs.

Bei Schleichfahrt im EV-Modus (Schalter unterhalb des Radios) hofft man deshalb inständig auf die guten Ohren von Fußgängern und Radfahrern, und dass sie einen immer hören werden, denn auch draußen ist der CT ein Leisetreter.

Manche Steigung kascht sich der Hybrid im puren E-Modus. Der erste Gesamteindruck von der E-Otto-Interaktion ist damit fast rundum positiv. Positiv, weil das Otto-E-Ensemble harmonischer agiert als bisher üblich. Fast, weil der Kontrast zwischen der Ruhe des Gleitens und dem Einsatz des Benziners bei starkem Gasgeben immer noch auffällig nach Hybrid klingt.

Der CT 200h ist ein Blender. Wie einige BMW- oder Daimler-Modelle, die mehr Hubraum vortäuschen, als sie tatsächlich haben. Eigentlich erwartet man instinktiv zwei Liter Hubraum, vorne arbeitet aber nur der 1,8-Liter-Otto vom Prius. Was soll´s, mit seiner Technik (Elektromotor, Hybridgetriebe, Elektronik) steuert der Benzinmotor 73 KW zum Vortrieb bei und die Elektromaschine 60 KW.

Lexus CT 200h: BatterieLexus CT 200h: Innenraum

Die Gesamtleistung beträgt 100 KW, das maximale Drehmoment 207 Nm. Dank Abgaswärme-Rückgewinnung ist das Kühlwasser schneller warm, was Treibstoff spart.

Unter „Sport“ ist der Vierzylinder dank des Elektromotors, der bei Vollgas schneller zuschaltend auf voller Spannung arbeitet, dynamischer bei der Sache. Zum Sport- und Eco-Fahrmodus gelangt man, indem der Schalter auf der Mittelkonsole gedreht wird, zurück zu „Normal“ durch ein kurzes Drücken. Der faszinierend fast lautlose Start erfolgt immer auf „Normal“ oder „Eco“, aber nie in Stellung „Sport“ – Warm machen hat Priorität.

Lexus CT 200h: Kofferraum, trunk

Aber bitte, was bedeutet “B“?  Die Bedienanleitung zählt 688 Seiten. Das weiß man nun. Als erster Kompakter überrascht Lexus´ Kompakter nicht nur mit LED-Tagfahrlicht (sowie mit Blinkern, Rück- und Bremsleuchten in gleicher Technik), dem ersten Radar-Pre-Crash-System der Fahrzeugklasse (optional nur im Topmodell) und grenzwertiger Übersicht um die C-D-Säule (gut: die Rückfahrkamera), sondern auch mit dem B. Die Lösung: Auf „B“ geschoben, wird die Bremswirkung des Motors, von der im Fahrbetrieb wenig zu spüren ist, mit dem Wahlhebel des stufenlosen Getriebes aktiviert – sinnvoll etwa bei starkem Gefälle.

Der Automat sortiert seine Schaltstufen ziemlich flux, aber auch etwas instant – oder offenbart sich hier dann nur der Purismus des Sportfahrers und der Wunsch, wenn es schon sportiver zugeht, selbst schalten zu wollen? Kann sein. Ist so.

Lexus CT 200h Testbericht: Karosserie

Benzin im Blut, aber Strom im Tank – das rechnet sich. An der Zapfsäule (nur 3,8 Liter Super/100 km) und im Abgas (87 g CO2/km mit serienmäßigen 15-Zoll-Rädern). Vergleichbare Benzinsaubermänner eiern mit cirka 50 g/km CO2 hinterher, aber ökologische Diesel rücken dem CT 200h doch schon recht nah auf die Öko-Pelle.

Der zudem mit 29.550 Euro keinen niedrigen Preis vorgibt, aber einen attraktiven: viel Geld, aber eben auch viel Technik fürs Geld.

Über 600 neue Besitzer hat der kompakteste Lexus, gerade auf dem Markt, schon gefunden. Den direkten Konkurrenten aus Wolfsburg und Ingolstadt, dem VW Golf und dem Audi A3, hat er den Hybridantrieb schon heute voraus – „Vorsprung durch Technik“? Aber bitte, hier fährt sie schon.

Weitere Hybrid-Modelle im Test

Weitere Informationen

https://www.lexus.de

 

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar abzugeben Login

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen