Autotest

Jeep Renegade 1.0 Test: Motor in XXS

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Born to be wild in XXS? 999 Kubik, drei Zylinder, Sparversion? Test Jeep Renegade 1.0 T-GDI.

Jeep Renegade Facelift orangeJeep Renegade Facelift Bildschirm und Kamera

Erster Eindruck im Test

Der Farbton des Jeep Renegade, der im Test antritt, ist so italienisch wie vor dem Facelift (Fahrbericht Jeep Renegade). Mit dem Facelift hat sich aber einiges geändert am ersten Jeep, der in Italien gebaut wird.

Das Renegade Facelift präsentiert sich mit einer neuen Front samt strengeren Blick aus LED-Scheinwerfern und einem renovierten Heck. Der Innenraum wurde leicht überarbeitet, auffallend an den Türen und um die Mittelkonsole.

Der Motor des Testwagens kam mit dem Facelift hinzu: Der 1,0-Liter-Dreizylinderturbo aus dem Fiat 500X, mit dem sich der Jeep Renegade die Basis teilt (Test Fiat 500X 1.0).

Jeep Renegade Facelift Cupholder zwischen den Vordersitzen

Was sagt der Hersteller über den Jeep Renegade?

1,0 Liter Hubraum und drei Zylinder sparen, aber es gibt noch eine neue Sparlösung: den Renegade 4xe mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Der kombiniert den bekannten 1,3 Liter-Turbo (Fahrbericht Fiat 500X 1.3 FireFly Turbo) mit einem Elektromotor, der die Hinterräder antreibt.

Der Elektromotor, mit dem es im Renegade 4Xe bis zu 50 Kilometer rein elektrisch voran geht, bezieht seine Energie aus einer Hochvolt-Batterie, die sich an einer 3,0-Kilowatt-Ladesäule innerhalb von dreieinhalb Stunden und mit 7,4 Kilowatt Ladeleistung in 100 Minuten wieder laden lässt.

Das hat einen Preis, der doppelt so hoch wie der Preis des im Test bewegten 1.0 T-GDI in der Basisausstattung ist, aber es spart und bespaßt in Fahrt. Der 1,3-Liter-Vierzylinder leistet 130 oder 180 PS und der Elektromotor 60 PS. Die Systemleistung beträgt 190 oder 240 PS. Das sorgt für lebendige Fahrleistungen.

Jeep Renegade Limited Facelift FelgenJeep Renegade Facelift Grill und Markenzeichen

Den 240 PS starken Plug-in-Hybrid-Antrieb, den wir schon im Renegade Plug-in-Hybrid (Fahrbericht Jeep Renegade 4xe) und Jeep Compass Plug-in-Hybrid (Fahrbericht Jeep Compass 4xe) gefahren sind, läuft 199 km/h und legt den Sprint von 0 auf 100 in sehr flotten 7,1 Sekunden hin.

Wie flott das ist, macht auch der direkte Vergleich mit dem Einstiegsmotor 1.0 T-GDI deutlich. Mit dem benötigt der Renegade für den Sprint über vier Sekunden mehr Zeit: 11,2 Sekunden.

Jeep Renegade Facelift herausnehmbares DachJeep Renegade Facelift zentralverriegelung schalter

Was sagen die Mitfahrer im Test über den Renegade 1.0 T-GDI?

Höhe punktet – Am hohen Dachhimmel des Renegade stößt sich niemand – oder nur ein Riese – den Kopf. Das 1,70 Meter hohe Jeep Einstiegsmodell bietet üppig Kopffreiheit.

Die Beinfreiheit entspricht dem, was man bei 4,24 Meter Kompaktheit in etwa erwarten darf. Alltagsgerecht sind die nach vorne klappbare Beifahrersitzlehne und der in der Höhe verstellbare Zwischenboden im Kofferraum. Eine verschiebbare Rückbank spart sich der Renegade allerdings. Und der Kofferraum? 351 bis 1.297 Liter passen hinter die erhöhte Ladekante des Jeeps.

Jeep Renegade Facelift Kofferraum und Kofferraumvolumen

Über den Komfort, das Infotainment und die Fahrassistenz im Renegade 1.0 T-GDI entscheidet die Wahl der Ausstattungslinie, die mit dem 1,0-Liter-Motor entweder Sport, Longitude oder Limited heißt.

Die Entscheidung für das Einstiegsmodell Sport bedeutet nicht Entbehrung und Sicherheitsverzicht, denn bereits im Einstiegsmodell gehören die manuelle Klimaanlage, das DAB-Radio und der Tempomat sowie Fahrassistenten wie der Spurhalteassistent, die Verkehrszeichenerkennung und der Geschwindigkeitsbegrenzer mit zur Serienausstattung.

Jeep Renegade Facelift Oh Shit HandleJeep Renegade Facelift USB und 12V Steckdose

Im Renegade Longitude, den eine Dachreling toppt, erhöhen die hinteren Parksensoren und die Nebelscheinwerfer mit integriertem Abbiegelicht die Fahrsicherheit. Im Winter sorgen die Sitz- und Lenkradheizung für Molligkeit in den Vordersitzen.

Mit dem Renegade Limited, der auf 17 statt 16 Zoll steht, ist mit dem Dreizylinder das Ausstattungsmaximum erreicht. Diese Variante verfügt über die 2-Zonen-Klimaautomatik, das schlüssellose Verriegelungs- und Startsystem und den automatisch abblendenden Innenspiegel.

Jeep Renegade Facelift LED ScheinwerferJeep Renegade Facelift Lautsprechergitter

 

Das Infodisplay vor der Fahrernase misst 7,0 statt 3,5 Zoll und der Bildschirm des Infotainments, in welches das Android oder Apple Smartphone flott eingebundem ist, 7,0 statt 5,0 Zoll. Praktischer und sicherer ist die Topausstattung obendrein.

Mit an Bord gehen der in der Höhe verstellbare Kofferraumboden, die im Verhältnis 40:20:40 umklappbare Rückbanklehne, die Parksensoren vorne, das Auffahrwarnsystem, der Toter-Winkel-Warner, der Licht- und Regensensor, der Fernlichtassistent, der adaptive ACC-Tempomat und die Rückfahrkamera. Das wurde schon vor dem Facelift mit der Maximalwertung von fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest honoriert.

Jeep Renegade Facelift orange, von der SeiteJeep Renegade Facelift Schaltknauf 6-Gang-Getriebe

Was sagt der Autotester im Test über den Jeep Renegade 1.0 T-GDI?

Es gibt diesen bekannten Satz: „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Hubraum“. Und es gibt bei Jeep einen 6,4-Liter-V8-Motor, der über fast 6,5 Mal so viel Hubraum wie der Motor des Renegade 1.0 T-GDI verfügt.

Für Jeep-Traditionalisten reicht es zum Kulturschock, wenn es vorne rasselt und schnarrt. Der Dreizylindrige vorne klingt eher italienisch als amerikanisch, und er lässt einen mangels Hubraum manchmal bei niedrigen Drehzahlen hängen, wenn man ihn am Hebel des 6-Gang-Getriebes zu schaltfaul verwaltet.

Richtig verwaltet und mit dem Schalthebel bei Laune gehalten, scharren 190 Nm Drehmoment an den Vorderrädern. Ganz schön viel für so wenig Hubraum. Dass der Kleine dabei knurrt und schnarrt ist so typisch Dreizylinder wie die verhaltene Motorbremswirkung beim Downhill oder Herunterschalten vor der Ampel.

Jeep Renegade Facelift Klimaeinheit und RadioverstellungJeep Renegade Facelift Sender Verstellung

Ein 1,3 Liter große Vierzylinderbenziner mit 150 oder 180 PS oder ein Vierzylinderdiesel (Test Jeep Renegade 2.0 MultiJet Diesel) sind die kraftvollere Wahl, aber die Performance des 1.0 T-GDI genügt für ein Einstiegsmotor. Schließlich läuft der Renegade 1.0 T-GDI, wenn man ihn von der Leine lässt, nach einigem Anlauf 185 km/h, und wenn man nicht ausdreht, arbeitet er gesittet.

Sitte und Sicherheit herrscht auch beim Handling des Fronttrieblers. Weich vom Einfedern und mit Neigung zur Seitenneigung in der Kurve ist der Renegade eher der Gemütliche. Besonders im direkten Vergleich zum Schwestermodell 500X, das strammer auf der Straße liegt.

Die Bedienung geht klar und an der Ablesbarkeit der Instrumente gibt es nichts zu bemängeln. Die dicken Drehregler sind so praktisch wie die „Screen off“-Direkttaste an der Mittelkonsole, wenn der Bildschirm nachts blendet. Die Schalter der Klimatisierung sitzen an der Mittelkonsole allerdings ganz schön tief und der Tankdeckel ist selbst in der Topausstattung Limited nicht an die Zentralverriegelung gekoppelt.

Jeep Renegade Facelift analoge Instrumente und TachoJeep Renegade Facelift Armaturenbrett und Lenkrad

Und der Verbrauch? Jeeps mit V8 sind Schlucker, die auch mal 15 oder 18 Liter alle 100 Kilometer verdauen. Der 1.0 T-GDI kommt in der Werksangabe mit 6,1 Liter/100 km aus. Mit zwei Liter Super mehr, die alle 100 Kilometer aus dem 48 Liter großen Tank abfließen, sollte man rechnen, wenn man im Stadtverkehr oder auf Kurzstrecke unterwegs ist.

Auf Langstrecke und mit gemäßigtem Tempo kommt man mit dem 1,0-Liter-Dreizylinder mit etwa 6,5 bis 7,0 Liter Super aus. Ein durchschnittlicher Verbrauch für ein Dreizylinder, aber ein niedriger für ein Jeep Modell mit Benzinmotor – Steigen Sie in den Jeep Grand Cherokee SRT um, und Sie wissen, was gemeint ist (Fahrbericht Jeep Grand Cherokee SRT).

Der Renegade 1.0 T-GDI, auf den Jeep vier Jahre Garantie gibt, verschlingt wenig Benzin und Euro. Der Preis des Einstiegsmodells Renegade 1.0 T-GDI Sport mit Frontantrieb und 6-Gang-Schaltgetriebe liegt bei 20.400 Euro. Nach 22.300 Euro verlangt der Longitude und nach 25.400 Euro der im Test gefahrene Limited.

Jeep Renegade Facelift in Orange, aus der SeitenansichtJeep Renegade Facelift Heckleuchte

Warum gerade den?

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist damit im Renegade 1.0 T-GDI deutlich besser als im 37.200 Euro kostenden Plug-in-Hybrid 4xe mit 190 PS und im 41.500 Euro teuren Renegade 4xe mit Ladestecker und 240-PS. Mit dem Einstiegsmotor spart man im Vergleich zur 190-PS-Version bei gleicher Ausstattung fast 12.000 Euro und über 21.000 Euro aufs 240 PS starke Topmodell: 999 Kubik, drei Zylinder, Sparversion.

Das Schnarren will nicht so recht zum Jeep passen. Sieht man es wieder Italienischer, was in einem in Italien produzierten Jeep in Ordnung geht, ist der Renegade auf die italienisch-amerikanische Art auch nach dem Facelift und mit diesem Minimotor ein sympathischer Typ geblieben.

 

Der Jeep Renegade im Test

 

Weitere Informationen zum Fahrzeug

https://www.jeep.de/

 

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