Fotos: automobil-magazin.de
Autotest
Nissan Ariya Nismo im Test: Familiensport
Was sagt der Autotester im Test über den Nissan Ariya Nismo?
Der allradgetriebene Top-Ariya hat Power. 435 PS (320 kW). 300 Nm vorne, 300 Nm hinten, 600 Nm im Schub-Zug-Verbund. Dies sind bei gleichem Drehmoment 129 PS oder 95 kW mehr Leistung als im 306 PS (225 kW) mobilisierenden Ariya e‑4ORCE. Damit sprintet der Nismo 0,7 Sekunden flotter von 0 auf 100 km/h. In nur 5,0 Sekunden. Bei 200 km/h greift auch hier der Begrenzer – vernünftig.


Sportiv komfortabel
Die überarbeitete Aufhängung verfügt über modifizierte Stabilisatoren, Federn und Stoßdämpfer. Die Lenkung spricht bei höherem Tempo direkter an. Der e‑4ORCE-Allradantrieb wurde verfeinert. Die Spurtreue wurde um 12 % verbessert. Die Bremsleistung wurde durch eine modifizierte Rekuperation verbessert.



So viel zur Theorie. Die Kurventempi sind mit der schweren Batterie im Fahrzeugboden in der Testpraxis hoch. Die Grenzen verkünden die hörbar walkenden Pneus. Dann schiebt der 2,3-Tonner weich, friedlich und sicher über die Vorderräder in Richtung Kurveninnenrand. Der Nissan Ariya liegt stramm-komfortabel auf der Straße. Als Nismo rollt er etwas herber ab. Kein Wunder bei Winterreifen im Breitformat 255/45 R20.

Eco bis Sport
Die Breitreifen und der Allradantrieb setzen die 435 PS Leistung souverän in Traktion um. Dynamische Auftritte, die massiv sind, unterlegt der Nismo im Sportmodus mit Turbinensound. Alltägliche Souveränität herrscht im Standardmodus. Der Eco-Modus, in dem die Leistung spürbar absackt, ist dann angesagt, wenn es mit Strom knapp wird. Strom spart man mit der Aktivierung des “e-Pedal“, das für stärkere Rekuperation und dafür sorgt, dass man seltener auf dem Bremspedal steht. Ein Mal aktiviert, ist das e-Pedal wieder aktiv nach dem nächsten Start – praxisgerecht.

Weniger Reichweite
Mit 87 kW im Boden und der Wärmepumpe an Bord geht es akzeptabel weit mit einer Ladung. Mit den 24,5 kWh/100 km im WLTP-Zyklus 417 km weit. Das ist etwas weniger als im Ariya e-4ORCE, der von Nissan mit 498 bis 513 km Reichweite angegeben wird. Im Test schwankte die Realreichweite im 306-PS-Ariya zwischen 363 und 396 km (Test Nissan Ariya e‑4ORCE). Im Nismo waren es bis zu 340 km.



Und Aufladen?
Die nächste freie Ladestation wird angezeigt. Die Ladeklappe sitzt vorne rechts. Beim Aufladen blinkt die Leuchte auf dem Armaturenbrett blau. An der Ladesäule macht es keinen Unterschied, ob man sich im Nissan Ariya für die 242 PS (178 kW), 306 PS (225 kW) oder 435 PS (320 kW) entscheidet.



Geladen wird mit bis zu 22 kW am Wechselstromlader und mit maximal 130 kW am Gleichstromlader. In 40 Minuten – das geht mit 800-Volt-Systemen schon flotter – ist die große Batterie von 20 auf 80 % geladen.

Warum gerade den?
Auch in Fahrt erinnert dieser Nismo an den ersten. Der Nismo geht dynamischer nach vorne, aber nicht dramatisch dynamischer als der 306-PS-Ariya. Der Ariya Evolve Pack ist der komfortabelste Nissan Ariya, der Ariya Nismo für 64.000 Euro der sportivste. Der Auftritt des Nismo ist sportlicher, trotzdem taugt der Power-Ariya für Alltag & Familie. Die 3.500 Euro Aufpreis gegenüber dem Ariya Evolve Pack können einem die besseren Fahrleistungen Wert sein.
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