Fotos: automobil-magazin.de
Autotest
Mini Countryman D im Test: Maximini
Was sagt der Autotester im Test über den Mini Countryman D?
Für viele zählt das Head-up-Display im Mini Countryman zum Pflichtprogramm. Bin so einer. An die Instrumentenfreiheit hinter dem Lenkrad möchte ich mich nicht gewöhnen. Deshalb ist mindestens das XS-Ausstattungspaket für mich Pflicht. Für 1.200 Euro extra sind dann neben dem Head-up-Display auch die induktive Ladestation fürs Smartphone, die Sitzheizung vorne und die Alarmanlage inklusive.



Runde Sache
In der zweiten Generation des Mini Countryman wurde der rechteckige Bildschirm mit einem runden Kunststoffgehäuse verblendet. Nun ist der Bildschirm tatsächlich rund und optisch eine runde Sache. Wie im Mini 3-Türer (Test Mini Cooper C 3-Türer) und 5-Türer (Mini Cooper S 5-Türer), in denen der 24 Zentimeter im Durchmesser messende Rundscreen ebenfalls den Bedienmittelpunkt im Cockpit bildet.

Fröhlich Scrollen und Wischen
Das Infotainment ist state of the art. Die Navi zeigt die Karte aus der Satellitenperspektive und arbeitet mit Augmented Reality. Die Updates fliegen „over the air“ ein. Der Mobilfunkstandard ist 5G. Auf dem Bildschirm scrollt man fröhlich durch die vielen Apps. Am Anfang des Tests suchend, dann flotter.
Das Cockpit wirkt nicht mehr so verspielt wie im Mini Countryman I und II. An der Verarbeitung des nicht in Oxford, sondern in Leipzig vom Band laufenden Countryman gibt’s nichts auszusetzen, auch wenn man bei genauerem Hinsehen ein paar Produktionskosten senkende Kunststoffteile im Interieur registriert.


Familiengerecht im Motorraum
Der Diesel mit Mild-Hybrid-Technik versendet früh eine gute Portion Drehmoment an die Vorderräder. Die 360 Nm des 2,0-Liter-Vierzylinders stehen zwischen 1.500 und 2.500 Touren an den Vorderrädern an. Der unterstützende Elektromotor schießt 55 Nm und 20 PS zu. Ab 3.750 Umdrehungen zündet der Verbrenner, dessen 7-Gang-Automatik den Ball bei den Drehzahlen flach hält, mit 150 PS nach. Die Fahrleistungen gehen angesichts des Familienauftrags in Ordnung. In 8,5 Sekunden sprintet der Countryman D von 0 auf 100 km/h. Bei 208 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.


Mehr Radstand, mehr Ruhe
Beim Lenken gibt der Countryman den Mini. Mit der Einschränkung, dass das Gewicht den Sportsgeist bremst und dass der Wendekreis mit 11,6 Metern nicht mini ist. Erzählen sie euch bei Mini Marketing was vom Gokart. Kein Gokart wiegt 1.695 kg.

Das erdige Gewicht und 2,69 Meter Radstand bringen Ruhe ins Fahrgeschehen. Unnervös liegt der Countryman in schnell gefahrenen Kurven und komfortabler auf der Straße als alle anderen Minis mit näher beieinander liegenden Achsen. Mit einer Mini-typischen Zutat: einer direkten Lenkung.
Ob es die das Fahren und die Anzeigen beeinflussenden „Experience Modes“ braucht, entscheidet das Budget. Der Preis dafür ist Mini, aber nicht mini: ab 3.000 Euro, zusammen mit weiteren Extras im „S“-Paket.



Tank: lange Haltbarkeit
Der Mini Countryman D startet zu einem Preis von 39.300 Euro. Erst dann kann gespart werden. Der 54 Liter große Tank hat eine lange Haltbarkeit. Die Verbesserung des cW-Werts von 0,31 auf 0,26 und die Mild-Hybrid-Technik wirken sich unmittelbar auf den Verbrauch und die Reichweite aus. Auf den ersten 400 Kilometern auf der Autobahn genehmigt sich der Countryman Diesel lediglich 4,9 Liter/100 km. Eine Tankfüllung genügt für 900 km Reichweite. Am Ende des Tests hat sich der Mini Countryman D durchschnittlich brave 6,0 Liter Diesel aus dem Tank eingegossen.

Warum gerade den?
Der Countryman, für den man von den Briten nur zwei Jahre Garantie plus ein Jahr Gewährleistung spendiert bekommt, ist ein Mini, aber nicht mini, sondern ein charaktervoller SUV von der Größenordnung, die für Familien vom Platzangebot passt. Eine gute und sparsame Wahl dazu: der in manchen Kontrahenten längst ausgestorbene Dieselmotor.
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