
Autotest
Kia ProCeed GT Test: Schön verladen
Was sagt der Autotester im Test über den Kia ProCeed GT?
Eine ungewöhnliche Perspektive: Die Heckscheibe sitzt im ProCeed so tief und sie ist so schmal geschnitten, dass Autos hinter einem erst sehr spät im Mittelspiegel auftauchen. Die meisten bleiben auch im Rückspiegel, denn der ProCeed GT ist schnell.
Sein 204 PS starker Vierzylinder-Direkteinspritzer mit Twin-Scroll-Turbolader produziert zwischen 1.500 und 4.500 Touren 265 Newtonmeter Drehmoment. Damit ist der ProCeed GT maximal mit 230 km/h unterwegs und flotter als der ProCeed 1.4 T-GDI und 1.6 CRDi 136, die 210 und 200 km/h laufen. Im Sprint von 0 auf 100 km/h nimmt das Topmodell den beiden 1,5 und fast drei Sekunden ab. In 7,6 Sekunden zeigt der Zeiger des Tachos auf die 100.
Und vom Fahrwerk ist der GT eine ehrliche Haut. Er liegt, besonders im Sportmodus, straff auf der Straße, lenkt direkt ein und schaltet sich flux durch die Gassen. Das knackige 6-Gang-Schaltgetriebe, das wir im Test schalten, passt, sodass man sich den Aufpreis von 2.000 Euro für das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe getrost sparen kann.
Und der Verbrauch? So günstig wie mit dem ProCeed 1.6 Diesel kommt man im GT nicht über die Runden. Der Dieselmotor verbraucht in der Papierform 3,9 bis 4,3 Liter/100 km. Im ProCeed GT fließen alle 100 Kilometer 6,2 bis 6,8 Liter Super aus dem 50 Liter großen Tank. Im Test lag der Verbrauch bei 7,0 Liter – ein guter Wert für lebendige 204 Pferdchen mit Turbokick.
Die 204-PS-Maschine erhält man ausschließlich in der Ausstattungslinie GT. Das heißt: höherer Preis, viel Ausstattung. Der GT steht auf 18-Zoll-Rädern und gibt sich vorne mit dem in Glanzschwarz lackierten Kühlergrill mit roten Wabeneinsätzen und dem GT-Logo zu erkennen. Von der Seite erkennt man den GT an den roten Schwellerleisten sowie den in Rot lackierten Bremssätteln und am Ende am Duplex-Klappen-Auspuff, der im Sportmodus kerniger, aber etwas künstlich posaunt. Drinnen fallen die roten Ziernähte an den mit Veloursleder und Leder bezogenen Sportsitzen ins Auge.
Das Instrumentarium und das Infotainment sind im ProCeed so modern wie noch nie im Cee´d (alte Schreibweise) und Ceed (neue Schreibweise). Das Instrumentendisplay misst 4,2 Zoll in der Diagonale und der Touchscreen sieben Zoll.
Die 8-Zoll-Variante erhält man nur in Verbindung mit dem optionalen Navigationssystem. Das Smartphone ist im Test schnell über Android Auto oder Apple CarPlay ins System eingebunden und kann, wenn dafür geeignet, schnurlos geladen werden. Die induktive Ladestation gehört ebenso mit zum Infotainmentpaket wie die Bluetooth-Freisprecheinrichtung.
Zur Komfortausstattung des ProCeed GT zählen die Sitz- und Lenkradheizung, der Licht- und Fernlichtassistent und der auf Langstrecke bequeme Tempomat.
Und die Fahrassistenten? Davon hat der ProCeed GT allerhand mit an Bord mit dem Müdigkeitswarner, den Parksensoren vorne und hinten sowie der Rückfahrkamera.
Zu den weiteren Sicherheitsposten zählen der Spurwechselassistent mit Toter-Winkel-Warnung, die hellen LED-Scheinwerfer, der aktive Spurhalteassistent mit Lenkeingriff, der Querverkehrwarner und der Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung und Bremseingriff. Mit dem serienmäßigen Einparkassistenten zum Parallel-/Quereinparken und Parallelausparken gelingen Parkmanöver automatisiert.
Warum gerade den?
Und was nun? ProCeed oder Ceed Sportswagon? Schöner verladen als im ProCeed werden die Koffer in keinem anderen Ceed Modell. Den meisten Fahrspaß bereitet, ohne Frage, der 204 PS starke Turbomotor im zum Preis von 31.690 Euro startenden GT. Die Aussicht nach hinten ist hier zwar nicht toll, die Aussicht auf sieben Jahre Garantie und viel Fahrspaß in Kombination mit der Vernunft des Kombihecks aber schon.
Weitere Informationen zum Fahrzeug

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar abzugeben Login