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Range Rover Sport Super Charged Test

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Kompakte Maße und 390 Pferde machen das Sportabzeichen? Test: Range Rover Sport V8 Super Charged.

Range Sport, Supercharged, 390 PS
„Elefanten werden immer kleiner, Flöhe immer größer gezeichnet, als sie in Wirklichkeit sind“, packte Jonathan Swift seinerzeit einige einfache Worte zu einem klugen, zeitlosen Satz.

Der Sport V8 S/C (steht für „Super Charged“) ist mit der Dimension zweier in Reihe geschalteter Smart und dem 390 PS-Motor zwar viel eher Elefant als automobiler Floh, hat sich bei Beibehaltung der Range Rover-Proportionen tatsächlich aber auf ein nun auch in italienischen Altstadtgassen passendes Maß gesund geschrumpft.

Grundsätzliche Frage vor dem ersten Zündschlüsseldreh: Macht dies den Range, was der Name zu versprechen scheint, zum Sportler? Der Range Rover Sport ist 16 Zentimeter kürzer, drei schmaler und acht Zentimeter flacher als der Range Rover.

Mit dem vier Zentimeter längeren Land Rover Discovery teilt er sich mit selbsttragenden Elementen, stabilisierendem Rahmen und einzeln an Dreieckslenkern aufgehängten Rädern die Bodengruppe und die serienmäßige Luftfederung mit elektronisch steuerbaren Geländeprogrammen und Niveauregulierung.

Range Rover Sport, Cockpit

Der Radstand wurde dabei um 14 Zentimeter verkürzt, was nicht nur den Body, sondern ebenso das Fahrwerk strafft. So federt der Sport angenehm, jedoch deutlich kerniger als die weitaus schlagseitenanfälligeren Schiffe der Land Rover-Flotte.

Bei voller Zuladung geht er auffallend sanfter über grobe Bodenverwerfungen. Guten Fahrbahnkontakt gewährt die geschwindigkeitsabhängige Servolenkung (kompakter Wendekreis: 11,60 m oder 3,1 Lenkradumdrehungen), wenn auch mancher Stoss in die Lenksäule dringt.

Mit dem ständig aktivierten „Terrain Response“ und dem den vier Rädern das Drehmoment exzessiv zuschaufelnden V8 planiert der Sport mit Urkräften jeden Berg. Die maximale Steigfähigkeit liegt kurzzeitig bei 45, im Dauereinsatz bei 35 Grad. Der Überhangswinkel beträgt vorne maximal 34, hinten bis zu 29 Grad, der Rampenwinkel 25 Grad, die maximale Wattiefe 700 Millimeter.

Wird dann noch das elektronische Untersetzungsgetriebe per Schalterdreh hinzugeschaltet, möchte man selbst nicht der Berg dort unter dem Wagenboden sein, so energisch zerpflügen jetzt die griffigen Continental Pneus das Erdreich. Hängt hinten ein Anhänger, darf der ungebremst 750, mit Auflaufbremse bis zu 3.500 Kilogramm wiegen.

Range Rover, Sport SC, Innenraum

Die Sitzposition hinter der langen Schnauze ist weniger erhaben als im Range Rover. Die Windschutzscheibe steht flacher. Der Dachhimmel ist näher. Die Sitznischen fallen wegen der breiten Mittelkonsole schmaler aus.

Der enger sitzende Innenraum (Raumeindruck: in etwa der oberen Mittelklasse entsprechend) taugt viel weniger dafür, sich wie im Big Range fast zu verlaufen. Das Kofferabteil unterhalb der „dualen“ Heckklappe (Heckfensteröffnung über Fernbedienung) ist groß (auch weil das Notrad außen unter dem Wagenboden sitzt), die Gepäckraumabdeckung solide.

Die Verarbeitungsqualität schwappt ebenso vom großen Range hinüber ins kleinere Format.  Den positiven Eindruck stören Details wie die arg „basic“ klappende Abdeckung des Zigarettenanzünders oder die dünnwandigen Handgriffe am Dachhimmel nur wenig.

Range Sport, 390 PS Kompressor

Fraglos macht der Sport, der einige Annehmlichkeiten wie das geräumige doppelte Handschuhfach oder das hervorragende 4×4-Info-Display vom Discovery geerbt hat, innenseitig mehr her als der Disco – auch wegen der sehr kompletten Grundausstattung: Adaptive Bi-Xenonscheinwerfer (mit integriertem Kurvenlicht), Fünfgangautomatik mit Handschaltgasse, Brembo-Bremsanlage, adaptiver Tempomat (ACC), Navigationssystem mit Touchscreen, Park Distance Control (PDC), elektrisch verstellbare Sport-Ledersitze (auf der Fahrerseite mit Sitzmemory) und Sitzheizung auf vier Sitzplätzen.

Die wohl augenscheinlichste Differenz zwischen Discovery (Test Land Rover Discovery) und Sport ist die: Zum ersten schaut man hinauf. Wegen seiner überbordenden Dimensionierung und seiner alles einnehmenden Präsenz. Dem anderen, alles betörend in „Vesuvius-Orange“, mit der Schuhgröße 275/40 R20 und tiefem V8-Grollen, blickt man lüstern hinterher.

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