
Autotest
Mini Cooper C 3-Türer Test: Richtig im Basismodell?
Was sagt der Autotester im Test über den Mini Cooper C 3-Türer?
Hinter dem Lenkradkranz blickt man ins Leere, wenn das Head-up-Display mit der Plastikscheibe nicht an Bord ist. Zahlt man jedoch mindestens 1.200 Euro für das XS-Paket zu, hat man das Tempo vor der Nase.
Beim Tempo machen kommt auch im Cooper mit dem schwächsten Aggregat im Motorenprogramm Freude auf. Der Dreizylinderturbo hängt auffällig spontan am Abzug. Die 7-Gang-Automatik regelt es stimmig, auch wenn Puristen das Schaltgetriebe im Mini Cooper vermissen.
Bereits bei 1.500 Touren ist die volle Portion Drehmoment produziert. 230 Newtonmeter schnappen sich die 17-Zöller. Schießt man Drehzahl zu, kommt der Turbomotor noch mehr auf. Zwischen 5.000 und 6.500 Umdrehungen liegen 156 PS Leistung an der Vorderachse an. Damit geht es schon so gut nach vorne, dass man den reizvollen 204-PS-Vierzylinder des Cooper S nicht vermissen muss (Test Mini Cooper S 5-Türer).
Im „Go-Kart“-Modus tackert der Automat die Gänge schnell durch, begleitet vom hohen Dreizylinder-Sound. In nur 7,7 Sekunden zieht der Frontantrieb die 1.335 kg Gewicht aus der Statik auf Tempo 100. Mit bis zu 225 km/h geht es über die Geraden.
Straßeninfos in 3D
Der Reiz wartet aber vor allem im Runden. In den Kurven. Und gerne viele davon. Der Cooper C legt mit 11,1 Meter zwar einen nur durchschnittlichen Wendekreis hin, liefert die Straßeninfos aber transparent und in 3D. Hallo Schlagloch, ich falle in dich herein. Die Lenkung ist direkt und meldet super zurück. Mit Lastwechseln kann man mit dem Cooper-Heck spielen.
Auch wenn die Traktion des Vorderradantriebs bei Nässe durch Vollgas an ihre Grenzen gerät, bleibt das Fahrverhalten sicher. Beim Bremsen bemerkt man, die Verzögerer greifen taff. Mit dem richtigen Gefühl auf dem Bremspedal. Und der Komfort? Der Cooper C liegt nicht bretthart, eher straff, mit akzeptablem Restkomfort.
Mit den „Experience Modes“ – vom „Green“-Modus bis zum „Go-Kart“-Modus – verändert sich die Darstellung auf dem Rundbildschirm, die Beleuchtung und das Fahrverhalten. Unter den Fahrmodi „Core“, „Green“, „Vivid“ und „Personal“ ist „Go-Kart“ das klar fahrspaßigste Fahrprogramm und im Test der Favorit.
Im „Go-Kart“-Modus zeigt der Bildschirm an, was für Sport machen wichtig ist (Öltemperatur, Ladedruck, Querbeschleunigung, Drehmoment, Leistung). Das Ansprechen des Motors und das Handling werden geschärft. Mehr Drehmoment greift früher. Der Puls pocht höher. Das serienmäßige 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe kommt weniger schnell wieder von den hohen Drehzahlen herunter.
Mit dem höheren Drehzahlniveau ist der Verbrauch in den Fahrmodi „Sport“ und „Go-Kart“ tendenziell am höchsten. Im Modus „Green“ ist er tendenziell am niedrigsten. In diesem Fahrmodus nimmt der Antrieb aber spürbar eine Schippe an Kraft raus, sodass er nicht zu den Lieblingsprogrammen im Test zählt. Auch im zumeist aktiven Standard-Programm „Core“ geht es sparsam und flott mit dem Dreizylinder voran.
Sehr sparsam
Der Auspuff des Mini Cooper C ist kein Statussymbol. Er versteckt sich. Dezent hinter dem Heckdiffusor. Mehr als die Protzereien am Ende des Auspufftrakts zählen im Cooper C niedrige Verbrauchswerte. Und die gelingen. Nach gesitteter Autobahnfahrt über 400 km stehen 5,9 Liter auf der Verbrauchsanzeige, was das untere Ende des WLTP-Verbrauchs markiert. Der liegt durchschnittlich zwischen 5,9 und 6,1 Liter Super.
Dann mischen sich im Test Stadtverkehr und Landstraßen in den Fahrmix und der Testverbrauch landet bei 6,5 Liter. Damit kommt der Cooper C im Test auf sehr gute 730 km Reichweite mit einer 44 Liter großen Tankfüllung. Das entspricht einem Testverbrauch von 6,0 Liter/100 km. Sehr sparsam.
Stichwort Sparen: Bestellt man das „M“-Paket, macht das Harman Kardon Soundsystem mit glänzenden Höhen und satten Bässen die Musik im Cooper C und das Sparschwein wird um 3.300 Euro erleichtert. Ordert man das „L“-Paket für 3.700 Euro, ist das gut arbeitende Navigationssystem mit „Augmented Reality“ mit von der Partie. Zum Grundpreis von 28.150 Euro geht’s los mit dem Fahrspaß im Mini Cooper C.
Warum gerade den?
Der Cooper bleibt der Cooper – Das mit dem fehlenden Tacho vor der Nase, dem nicht vollwertigen Head-up-Display und dem Platzmangel auf der Sitzbank kann man kritisieren, aber auch gut akzeptieren. Warum nicht das Basismodell? Tolles Handling, genug Leistung, geringerer Verbrauch. Der Cooper C ist ein guter Kompromiss aus Fahrspaß und Sparsamkeit und das zum um 3.500 Euro günstigeren Preis im Vergleich zum Cooper S. Das Basismodell zu wählen, erweist sich auch hier mal wieder als eine kluge Wahl.
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