Fotos: automobil-magazin.de
Autotest
Land Rover Defender 130 im Test: Langversion
Was sagt der Autotester über den Land Rover Defender 130 D300 AWD?
Sich für einen Dieselmotor im Land Rover Defender 130 zu entscheiden, ist der Weg. Der Diesel, der im Defender als D250 und D350 im Angebot steht, hat es nicht leicht mit 2,7 Tonnen Gewicht, aber 3,0 Liter Hubraum und sechs Zylinder richten es.


Die Kraft ist, sexy schnorchelnd, schön dran an der Masse. Ab 1.500 Touren verkrallen sich 700 Nm im Terrain. Ab 4.000 Touren greift die volle Leistung an allen Vieren. 300 PS im D300 und 350 im Nachfolger D350. Und das mit guten Manieren.

Gute Manieren
Der Defender 130 tourt häufig lässig mit Drehzahlen unterhalb von 1.500 U/min durch die Landschaft und das bereits im „Eco“-Modus mit genug Kraft.


Die 8-Gang-Automatik streichelt Schaltstufen und spart durch gefühlvolles Zurückschalten so manchen Tritt aufs Bremspedal.

Die Lenkung macht Rangieren trotz 13,1 Meter Wendekreis leicht, auch wenn du unter einem zwei Meter hohen Parkhausdach, schwitzend, mit 1,97 Meter Fahrzeughöhe die Poren in der Betondecke zählst.

Über den Asphalt geht es komfortabel, auch wenn der Defender schneller in Kurven eintaucht und manche Kerbe bei Langsamfahrt etwas platt kommt. Langstrecke ist, das war nicht immer so (Test Land Rover Defender TD4 Diesel), Genuss, auch wenn die Windgeräusche mit dem Tempo zunehmen und die Windempfindlichkeit des hohen Aufbaus ab und an kleine Lenkkorrekturen erfordert.



Großes Kino
Im Gelände geht großes 4WD-Kino. Hat die Luftfederung den Defender nach oben gepumpt, stecken bis zu 90 Zentimeter Wattiefe im Konzept. Der Radstand ist identisch mit dem des Defender 110, aber die Heckpartie deutlich länger. Mit Aufsetzgefahr am Heck? Früher als im Defender 110. Der hintere Böschungswinkel liegt mit Luftfederung im Offroad-Niveau bei 28,8 Grad. Der 110er verdaut am Hintern bis zu 41,9 Grad.



Rustikal war gestern
Das digitale Duo aus 12,3-Zoll-Cockpitdisplay und 10-Zoll-Touchscreen überzeugt mehr als die jüngste Cockpitgeneration im Range Rover Evoque (Test Range Rover Evoque D200 AWD) oder Range Rover Velar (Test Range Rover Velar P400 AWD). Schalter sind besser als Schalterlosigkeit. Rustikal war gestern. Head-up-Display, Gekühltes Mittelkonsolenfach und Lenkradheizung genießt man im 4×4-Haudegen.



Der richtige Motor
Die große Stirnfläche, das hohe Gewicht und der Allradantrieb schlagen auf den Verbrauch durch. Da ist ein Diesel der richtige Motor. Im Defender 130 mit Dieselmotor ging es im Test sparsamer voran als im Plug-in-Hybrid Defender 110 P400e. Der genehmigte sich im Test im Schnitt 12,0 Liter Super aus dem Tank und erreichte damit 750 Kilometer Reichweite (Test Land Rover Defender 110 P400e).

Der Defender 130 D300 AWD begnügt sich im Test mit 9,6 Liter Diesel – nur 0,3 Liter mehr als im WLTP-Zyklus. Den Defender brav auf Langstrecke bewegt, drücke ich den Verbrauch auf 6,8 Liter/100 km. Reichweitenpotential: 1.300 Kilometer.

Warum gerade den?
Diesel spart. Sparen geht anders. Hohe Geländekompetenz kostet. Der Preis des Defender 130 D350 AWD X-Dynamic SE ist mit 104.500 Euro hoch, der des mit modernem Infotainment und viel Fahrassistenz vollgestopften Testwagen mit 118.000 Euro noch höher. Der Preis korrespondiert mit dem Auftritt. Mit diesem Defender kannst du vor dem Nobelhotel als Gast vorfahren oder dir gehört der ganze Schuppen.
Der Land Rover Defender im Test
Land Rover Defender 110 P400e AWD Test: Alte Wege neu
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