Autotest

Smart Roadster Coupé im Test: alles smart

Von  | 
VOHERIGE SEITE1 von 2NÄCHSTE SEITE

Zum Abgewöhnen – die anderen Autos: die hohen, die leisen, die langweiligen, die öden, die vernünftigen, die zugfreien, … Das Smart Roadster Coupé – ein Test – macht jeden Nebenparker zum Biedermann.

Smart Roadster Coupe Test

Mich auch. Die Frauen lächeln zu Dutzenden an mir vorbei. Exakt zehn Zentimeter kürzer als ein Lupo weckt der Smart Muttergefühle. Zumindest der Smart ist ein Womanizer.

Um einigermaßen mithalten zu können, übe ich aus stattlichen 1,95 Meter den freien Fall –  der Smart ist tief wie ein Kuhfladen – in die weit entfernten Sportsitze. Da schon gelernt, endet das mit dem Lenkrad auf dem Schoß (weil keine Lenkradverstellung mehr Distanz zu den Oberschenkeln erlaubt), aber ohne die Unerfahrenen verabreichte Kopfnuss vom Dachholm.

Die bequemen Sitzgelegenheiten mit den feststehenden Kopfstützen sind sportiver als beim City Coupé. Beim Ausblick über die lange Fronthaube (hier sitzt Kofferraum Nummer eins) helfen die ausgestellten Kotflügel als Zielwasser.

Den Schulterblick nach links blockt die B-Säule mit einem beträchtlich toten Winkel. Die Aussicht nach rechts hinten, durch das tief verglaste Heck ist dafür prächtig – also wenig Probleme beim Einparken.

Der erste Qualitätseindruck ist gut, das Interieur eher spartanisch als luxuriös. Die Farb- und Formensprache und das aufgepfropfte Rundinstrumentarium (Drehzahl/ Geschwindigkeit, Ladedruck/ Wassertemperatur) ähneln dem des 2,50 Meter kurzen Urmodells.

Der knappe Meter mehr in der Länge ist allerdings vor allem ein optischer: Lange Schnauze, knackiges Heck, knapp geschnittenes Passagierabteil. Sex im Auto ist damit illusionär. Viel abgelegt werden kann sowieso nicht.

Das Handschuhfach schluckt nicht mal einen Din-A5-Block, der ausfahrbare Getränkehalter nur Dosen oder kleinere Flaschen.

Der Nutzen des Kartennetzes hinter dem Beifahrersitz ist insofern fraglich, als dass es den Beifahrer zum Aussteigen nötigt, da der Sitz, um ans Kartenmaterial zu gelangen, umgelegt werden muss. Das auf dem Handbremshebel eigenartig labil angeschraubte Handyfach ist ein knarzender Qualitäts-Witz.

Trotzdem ist das Roadster Coupé eines der intelligent gepacktesten Automobile auf dem Markt. Die auch für Großgewachsene gute Sitzposition ohne Kontaktaufnahme zum Dach, die insgesamt 248 Liter Aufnahmekapazität der zwei Gepäckabteile oder die kluge Unterbringung der zwei Dachseitenteile im vorderen Gepäckraum und des Pannensets (Reifendichtgel, elektrische Luftpumpe) im Beifahrerfußraum unterstreichen dies.

Beim Aussteigen zeigt der Roadster einem und den anderen aber, wie alt man ist, wie alt man geworden ist oder wie alt man besser wäre. Eine trainierte Oberschenkelmuskulatur ist in jedem Fall hilfreich.

Ansonsten werden enge Nischen im Parkhaus, die nur eine spaltweite Öffnung der Tür erlauben, beim Aussteigen aus der Tiefe des Smart schnell zum Kraftakt. Dass Miniröcke nicht zu mini sein sollten, versteht sich wegen des eklatanten Ein- und Ausstiegsgefälles von selbst.

Smart Roadster Coupe, Kofferraum, Dachpfosten

Besser gleich sitzen bleiben – denn das Fahren im Smart Roadster ist von der einnehmenderen Art. Das Handling belebend direkt. Kolonnenspringen, wer wird denn wohl? Und auch noch Spaß dabei? Der Zweisitzer liegt schockierend – zumindest für die Beifahrerin.

Er federt zwar härter als das City Coupé, reagiert wegen des Radstands von 2,36 Meter aber stoßunempfindlicher auf unebene Straßenbeläge – trotzdem ist der Aufbau wegen der hohen Steifigkeit der Karosserie fast permanent in Bewegung.

VOHERIGE SEITE1 von 2NÄCHSTE SEITE

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar abzugeben Login

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen