Fotos: automobil-magazin.de
Autotest
Range Rover Velar P400 AWD Test: Neue Welle, gute Welle?
Was sagt der Autotester über den Range Rover Velar P400e?
Das Bedienkonzept, das auch im Range Rover Evoque die Bedienung organisiert (Test Range Rover Evoque D200 AWD) ist eine konsequente Reduktion auf die völlige Schalterfreiheit. Auf der Mittelkonsole thront nur der Schalthebel. Alle Schalter drumherum sind verschwunden, haben sich, eine Etage höher, auf den Weg zum Touchscreen gemacht.

Weniger ist mehr?
Die Instrumente im Cockpit, der Touchscreen und die Bedienfelder auf dem Volant erwachen erst zum Leben, wenn ich den P400 starte. Alles digital hier. Und einwandfrei ablesbar. Links der Tacho, rechts der Drehzahlmesser.


Helle Ziffern auf dunklen Grund oder das auf die Frontscheibe projizierende Head-up-Display direkt vor der Nase. Ein Tastdruck auf der linken Lenkradspeiche holt die Sprachsteuerung hinzu, die im Test schnell und einwandfrei zuarbeitet.




Trotzdem: Weniger ist auf manchem Bedienweg mehr. Mehr Arbeit. Temperatur verstellen: Zwei Mal drücken auf dem Touchscreen, wo auch ein Dreh reichen könnte. Lautstärke verstellen: Erst am rechten Rand des Bildschirms hinuntertauchen und dann ins Menü für die Lautstärkeverstellung.

Über die Direkttasten gegenüber geht´s relativ flott. Die Bedienung des ACC-Tempomat versteht sich von selbst. Die 360-Grad-Kamera mit zahlreichen Perspektiven entschärft das schmale Heckfenster und sorgt für gute Übersicht beim Rangieren im Velar.

Akustisch großer Motor
Der Fahrkomfort ist im Range Rover Velar erhaben. Die Servolenkung geht leichtgängig und einfühlsam von der Hand. Mit dem starken Sechszylinder, dem üppigen Hubraum von 3,0 Litern und satten Drehmoment von 550 Nm ist die Kraft immer mit dir. Auch im Eco-Modus, der am linken Rand des Touchscreen aktiviert wird.
Mit diesen Reserven arbeitet der mit der streichelnden 8-Gang-Automatik liierte Sechszylinder zumeist mit einem niedrigen Puls. Manchmal nur knapp über 1.000 Touren. Bei 2.000 Umdrehungen pocht der Motor mit sonor sonor-tiefem Sechszylinder-Sound im Hintergrund. Akustisch großer Motor.

250 km/h Übergewicht
Bei Vollgas bemerkt man: Auch mit 400 PS Leistung wird hier schweres Gerät bewegt. Der Velar P400 AWD drückt mit 2.085 kg und bei voller Beladung mit 2.670 kg auf die Straße. Aber dann. In 5,5 Sekunden wuchtet der Brite seine Masse von 0 auf 100 km/h. Mit der Stahlfederung geht er 210, mit der Luftfederung stramme 250 km/h. Und spätestens dann stellt sich die Frage mit dem Verbrauch und ob Mild Hybrid spart? Bei Höchstgeschwindigkeit garantiert nicht. Und auch im WLTP-Zyklus verbraucht der Velar P400 nicht gerade wenig. 9,6 bis 10,2 Liter/100 km.



Milde hybrid, milde im Verbrauch?
Beim Verzögern und Bremsen gewinnt der Mild Hybrid Strom in den Akku zurück. Das spart manchen Tropfen und manchen Tritt aufs Bremspedal. Auch weil der Automat so fein herunterschaltet. Aber das spart nicht so viel Sprit wie der 204 oder 300 PS leistende Dieselmotor im Velar.
Bei hohem Tempo huschen Momentanverbräuche von 13, 14 Liter über das Display. Im Test, der stadt- und landstraßenlastig abläuft, genehmigt sich der Velar P400 AWD im Schnitt 12,3 Liter Super aus dem 83 Liter großen Tank. Mit dem bulligen Sechszylinderdiesel floßen im Test über vier Liter weniger aus dem Tank (Test Range Rover Velar D275).


Warum gerade den?
P400 AWD oder D300 AWD? Der Sechszylinderdiesel liefert mit 650 Nm bulligere Durchzugskraft, bei deutlich niedrigeren Verbrauchswerten. Der Benziner ist mit 100 PS Mehrleistung der geringfügig schnellere Performer und bittet um zusätzliche 2.300 Euro an der Kasse. Auf die Frage nach dem richtigen Motor, gibt es im Range Rover Velar damit zwei adäquate Antworten, auf die nach der besten Kraft-Verbrauchs-Relation nur eine.
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