Fotos: automobil-magazin.de
Autotest
Ford Explorer Extended Range RWD Test: Elektrischer Allrounder
Was sagt der Autotester über den Ford Explorer Extended Range RWD?
Das Lenkrad tendiert zur Ecke. No problem. Den Explorer mit sanfter Kante an den Handballen durch die Kurve schubsen, das klappt. Unkompliziert, schnell und sicher. Mit dem großen und schweren 79-kWh-Akkupack im Boden und 235/50 R20 und 255/45 R 20 an den Hufen liegt das Ford SUV erdig und sicher. Der Federungskomfort geht in Ordnung. Der Geräuschkomfort glänzt durch motorische Stille.


Bequem teilautonom
Ich aktiviere den Tempomat und alles läuft fast von selbst. Nicht nur im Stau auf der Autobahn, auch im Kolonnenverkehr auf der Landstraße. Mithilfe der aktiven Verkehrsschilderkennung, des Frontradars und der Sensoren reduziert der Explorer das Tempo vor Ortsschildern selbst – und zeigt es vorbildlich im Cockpitdisplay an. Kreisel durchfährt er teilautonom sanft. Das automatische Gas geben, Verzögern und Bremsen gelingt flüssig und harmonisch. So lasse ich mir teilautonomes Fahren gefallen.


Warm ohne Wollen
Mit den Druckpunkten der Lenkradtasten werde ich aber bis zum Ende des Tests nicht ganz warm. Aber meine Handflächen, wenn ich statt der Taste für die Verstellung der Cockpitansicht mal wieder die Taste für die Lenkradheizung treffe.

Bedienung auf guten Wegen
Die Sprachassistenz versteht einen gut und schnell. Das gilt sowohl für die Einstellung des Fahrmodus als auch für das Ansagen des Navigationsziels – auf dem Display zur besten Kontrolle mitgeschrieben. Das Infotainment, das permanent online ist, seine Updates drahtlos erhält und über den Hotspot mit dem Smartphone vernetzt ist, lernt mit. Das Smartphone wird beim induktiven Aufladen mangels Lüftung warm.

Aber sicher
Menüs ansteuern und Lautstärke verstellen über den 14,6-Zoll-Zentralbildschirm, der an den von Volvo (Test Volvo EX30 Twin Motor Performance Ultra) und Polestar erinnert (Test Polestar 2 Dual Motor mit Performance-Paket), klappt schnell. Das 5,3-Zoll-Cockpitdisplay zeigt scharf und kontrastvoll an. Das auf die Frontscheibe projizierende Head-up-Display biete im Explorer echten Mehrwert, da ein gut informierter Blick auf der Straße haftet. Das Einparken machen der Parkassistent und das 360-Grad-Rundumsicht-Ensemble mit Front- und Heckkamera zum leichten.



286 PS und Heckantrieb
Souverän arbeitet im Extended Range der Antrieb: 286 PS (210 kW) Leistung, 545 Nm Drehmoment. Wolfsburg lässt grüßen. Der Antrieb macht den Hinterläufen so kraftvoll Beine, dass sich 2,1 Tonnen leicht anfühlen. In 6,4 Sekunden gelingt der 0-auf-100-Sprint. Bei 180 km/h – genügt – wird elektronisch abgeriegelt.


Tempo entscheidet
Wer nicht rast, spart. Wer viel rekuperiert, gewinnt. Strom in die Batterie zurück. Gaspedal bremsen klappt. Nicht ganz bis in den Stillstand, aber nach einem Dreh am Lenkstockhebel von D auf B annähernd.
Bergauf steigt der Verbrauch merklich. Bei Bergabfahrten rekuperiert der Antrieb stark, angezeigt mit Minuswerten auf dem Display, und holt den Strom zurück. Durchaus möglich, dass am Ende des Passes fast die gleiche Reichweite im Bordcomputer-Display angezeigt wird wie am Anfang des Passes.

Bei mit dem Tempomat fixierten 100 km/h verbraucht der Explorer lediglich um die 14 kWh, bei eingestellten 110 km/h sind es um die 16 kWh. Bei höherem Tempo muss man allerdings mit mehr rechnen.
Die serienmäßige Wärmepumpe reduziert den Verbrauch. Die Aktivierung der Klimaanlage und viel Kühlung kann aber trotzdem schon mal 50 km auf der Reichweitenanzeige kosten. Mit der großen Batterie mit 79 kWh Kapazität kein wirkliches Problem.
Wie weit mit 79 kWh?
Zwischen 564 und 602 km Reichweite verspricht der WLTP-Wert, der im Extended Range RWD je nach Ausstattung zwischen 14,6 und 15,8 kWh/100 km pendelt. Dem kommt der Explorer, brav gefahren im Test, nahe. Nach 397 km wird geladen und 111 km Restreichweite werden noch angezeigt. Das entspricht 508 km Reichweite. Nach dem nächsten Lade-Turn werden 588 km versprochen und nach 459 km Fahrt stecken noch 16 % Ladung in der Batterie.

Ladebeispiele
Ab 20 %, die im Test noch für über 100 km reichen, gibt es eine Warnung. Dann fahre ich an die CCS-Ladesäule. Die Ladeklappe sitzt hinten rechts. Mit strammen 183 kWh Ladeleistung geht’s in 29 Minuten von 10 auf 80 %. In 10 Minuten pumpt sich der Extended Range 198 km Reichweite in die Batterie.

Praxisbeispiele: In 19 Minuten lädt die Batterie von 15 auf 65 % hoch und 384 km Reichweite sind geladen. Am 150-kW-Lader dauert der Ladeabschnitt von 40 auf 100 % 35 Minuten. Zumeist stehen wir nur 20 bis 30 Minuten an der Ladesäule und dank großer Batterie nicht oft.


Warum gerade den?
Der Ford Explorer Extended Range RWD, der mit 286 PS und der großen Batterie als Select mit ordentlicher Ausstattung bei 49.000 Euro startet, ist ein universell einsetzbares Familien-SUV. Das Raumangebot bewährt sich im 4-köpfigen Familieneinsatz und die große Batterie auf Langstrecke. Die Bedienung gibt keine Rätsel auf. Die Sicherheit hat ein 5-Sterne-Niveau. Viele Stärken, kaum Schwächen. Alltagstauglich, familientauglich, reisetauglich.
Weitere Informationen zum Ford Explorer





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