
Autotest
Kia Picanto 2017 im ersten Test: Picanto pikanter
Was sagen die Mitfahrer im Test über den neuen Kia Picanto?
“Gibt´s den auch als Dreitürer?“ – Nee, weil es im A-Segment einen starken Trend zu Fünftürern gibt, siehe VW Polo, steht der Kia Picanto nur noch als Fünftürer im Angebot. Erstmals auch in der GT Line mit sportiveren Stoßfängern, angetäuschtem Diffusor, Doppelrohrauspuff und Farbakzenten in Rot, Silber oder Schwarz an Kühlergrill, seitlichen Lufteinlässen, Seitenschwellern und Heckschürze. 11 Farben, darunter sechs neue, machen den Unterschied wie auch die 16-Zoll-Leichtmetallräder am GT statt der sonst angeschnallten 14 oder 15 Zoll.
Was sagt der Autotester über den Kia Picanto Modell 2017?
Das neue Gesicht, das von dem breiteren Kühlergrill und den eckigeren Scheinwerfern geprägt wird, wirkt sportiver und drinnen die Cockpitlandschaft ein gutes Stück hochwertiger. Die Oberflächen auf dem Armaturenbrett, tatsächlich hart, sehen aus wie weich aufgeschäumt. Der 7-Zoll-Touchscreen, der oben aus der Zentralkonsole herausragt, wirkt brillant, bleibt im ersten Test beim automatischen Umschalten vor einer Biegung aber im zu groben Maßstab – sodass ich mich nun auf der falschen Autobahn befinde.
Die Sitze tragen spürbar einen guten Teil zum Komfort bei, der so rüber kommt, wie man es von 2,40 Metern Radstand erwarten darf. Kein Wunder, die Picanto-Sessel, deren ausfahrbare Kopfstützen (ab Spirit: zusätzlich in der Neigung zu verstellen) auch für 1,95 Meter Körpergröße genügen, entsprechen von der Konstruktion und dem Material her den Sitzen der Mittelklasselimousine Optima. Auch die Fondpassagiere sitzen auf der Rückbank dank der etwas stärker geneigten Rückenlehne besser (27 statt 25 Grad). Eine kurze Mitfahrt mit 1,90 Meter war kein Problem, aber bei 3,60 Meter vom Bug bis zum Heck sollte man hinten trotzdem keine Wunder erwarten.
Von den sportlichen Qualitäten des Fahrwerks ebenso nicht. Innenstädte gelingen dem Picanto locker mit viel Leichtigkeit im Lenkkranz und Kurven noch ganz gut. Wenn es aber enger zugeht und richtig schnelles Lenken erforderlich ist, bleibt mir keine Zeit mehr, um das um 13 Prozent reduzierte Übersetzungsverhältnis der Lenkung und die jetzt 2,8 statt 2,9 Umdrehungen von Lenkeinschlag zu Lenkeinschlag zu spüren, sondern ich muss kurbeln wie ein Teufel. Sportlich geht anders, allerdings ist das hier auch nicht der Fahrauftrag. Das spürt man auch beim Motor.
Zum Verkaufsstart stehen zwei Benziner, die beide mit einem Start-Stopp-System erhältlich sind, im Angebot. Der 1,0-Liter-Dreizylinder mit 67 PS ist mit schnurrigem Hochdrehen der bessere und erfrischendere Motor im Vergleich zum 84 PS starken, etwas lethargischen 1,2-Liter, dem man trotz der Überarbeitung und 122 Newtonmeter (Picanto 1.0: 96 Nm) seine längere Bauzeit anmerkt. Man kann den Vierzylinder auch mit einem Automatikgetriebe bestellen, aber was bleibt dann noch an Temperament über?
Deshalb freuen wir uns auf den turboaufgeladenen 1,0-Liter-Benzindirekteinspritzer. Der 100 PS starke T-GDI kommt im Herbst 2017 und liefert 172 Newtonmeter an die Vorderräder. Das wirkt bei nur 900 Kilo Gewicht temperamentfördernd. Bis dahin fährt man besser den nicht vorlauten 67-PS-Dreizylinder, der zudem über 300 Euro günstiger kommt als der Picanto 1.2 und noch etwas weniger verbraucht (4,2 – 4,4 statt 4,5 – 4,6 l/100 km). Wobei man beim realen Verbrauch mit eineinhalb bis zwei Litern mehr kalkulieren sollte
Warum gerade den?
Weil er so gut kalkuliert ist. Mit dem neuen Kia Picanto bekommt man immer sieben Jahre Garantie bis 150.000 km Laufleistung, fünf Sitzplätze, ein überzeugendes Platzangebot und einen ordentlichen Kofferraum. Zu einem Einstiegspreis von 9.990 Euro.















Nach dem ersten kurzen Test meint man zu ahnen, warum die Kunden in der Mehrheit weiblich und gut gebildet sind: Entscheiden Frauen über den Autokauf rationaler? Der neue Picanto steht ab sofort beim Händler.

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