Fotos: automobil-magazin.de
Autotest
Genesis GV60 Test und Kaufberatung
Was sagt der Autotester über den Genesis GV60?
Aus der „Crystal Sphere“, die tagsüber kristallig funkelt und nachts verheißungsvoll schimmert, wird nach dem Druck auf den Startschalter und einem 180-Grad-Dreh das Bedienrad der Automatik – Magic.



Bis zu 2,7 Tonnen
Die Automatik verwaltet viel Gewicht. Ein Genesis GV60 erdet 2,0 bis 2,1 Tonnen auf dem Straßenbelag, je nachdem für welche Motorisierung und Ausstattung man sich entscheidet. Voll beladen drücken 2,5 bis 2,7 Tonnen auf den Verkehrsweg.



478,8 kg
Die 478,8 kg schwere Batterie ist ein Gewichtsabnehmekiller, aber sie sitzt am richtigen Ort. Im Fahrzeugboden. Mit dem dadurch niedrigen Schwerpunkt liegt der GV60 sehr sicher und gelassen auf der Straße. Geht es klitschig zu, sichert der elektrische 4×4-Antrieb des Dual Motor die Traktion. Assistenzsysteme wie der Autobahnassistent, das 360-Grad-Rundumsichtsystem und die Toter-Winkel-Überwachung mit Kamerabild im Cockpit verstärken das sichere Fahrgefühl.



2 x 12,3 Zoll + HUD
Das Cockpit setzt sich unter einem durchgehenden Panel aus einem 12,3-Zoll-Instrumenten-Display und einem 12,3-Zoll-Infotainment-Display zusammen. Die Klimaanlage wird auf dem kompakten Screen unterhalb des Panorama-Screen reguliert. Das in jedem Fahrzeug gern gesehene Head-up-Display (HUD) ist ein vollwertiges. Es projiziert alle wichtigen Fahrdaten direkt in den Blick auf die Frontscheibe.



Moderne mit Schaltern
Die Bedienung erfolgt weitgehend über den zentralen Touchscreen, aber auch einige Schalter sind geblieben. Etwa für das Verstellen von Lautstärke und Klimaanlage. Die Markierungen der silbernen Tasten sind bei starker Sonneneinstellung teils schwer abzulesen, aber nachts perfekt.
Bei der Ausstattung obsiegt im im GV60 die Moderne. Mit V2L kann ich unterwegs mit 3,7 kW Ladeleistung mein E-Bike oder Laptop aufladen. Mit der Fernbedienung kann ich mit dem Genesis Gassi gehen: Ein paar Mal Schalter drücken und ich dirigiere den GV60 mit der Fernbedienung aus der Parklücke.

490 PS genügen für Vergnügen
Mit einem Wendekreis von 11,9 Metern ist der Genesis GV60 nicht besonders wendig, aber mit seinen Antrieben in jeder Antriebsvariante durchzugsstark. Der Basismotor mobilisiert fast ansatzlos 350 Nm Drehmoment und 229 PS (168 kW) Leistung. So motorisiert beschleunigt der Koreaner in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei 185 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Reicht.
Mit zwei Motoren, Allradantrieb und 318 PS (234 kW) Gesamtleistung – 100 PS (74 kW) an der Hinterachse und 218 PS (160 kW) an der Vorderachse – wuchtet der Koreaner sein Gewicht mit stämmigen 605 Nm Drehmoment in 5,5 Sekunden auf Tempo 100. Bei 200 km/h wird elektronisch abgeregelt. Die reizvolle Mitte.
Mit 490 PS (360 kW) – 245 PS (180 kW) Leistung jeweils an der Vorder- und Hinterachse – fühlt man sich noch souveräner motorisiert. 700 Nm sorgen für massiven Durchzug. Überholmanöver gelingen leichtfüßig. Im Boost-Modus stürmt der GV60 in nur 4,0 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und weiter bis zur Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h. Und man ruft seine Vernunft zu Rate: Magma? Die 490 PS genügen für Vergnügen.



84 statt 77 kWh
Hetze kostet Strom. Mit Blick auf den dann stark steigenden Verbrauch ist entspanntes Fahren von Vorteil. Im ersten Test sahen wir im GV60 Dual Motor (318 PS) auch Werte von 30 kWh/100 km auf der Verbrauchsanzeige. Im Stadtverkehr pendelte der Verbrauch zwischen sparsamen 13,8 und 16,6 kWh/100 km. Damit waren 380 bis 450 km Reichweite möglich (Test Genesis GV60 Dual Motor).
Mit der neuen Batterie mit einer Kapazität von 84 statt 77,4 kW geht es weiter. Bei ähnlichen Verbrauchswerten liegt die reale Reichweite im Test zwischen 430 und 490 km. Wer noch braver fährt, mit viel Rekuperation in „L3“ oder „L4“ oder nur in der Stadt, kommt weiter. Wer voll Strom gibt, sieht die Ladesäule deutlich schneller wieder. Kein Problem, Aufladen geht äußerst flott.



Flotte 800 Volt
Das Aufladen gelingt dank 800-Volt-Ladetechnik schneller als eine durchschnittliche Kaffeepause. Nach 18 Minuten an der DC-Ladesäule mit 240 kW ist der Kaffee nicht mehr heiß, aber der GV60 schon wieder von 10 auf 80 % geladen. Das spart Zeit. Der GV60-Neukunde vor dem Einstieg mindestens 56.400 Euro. Eine gute Investition.


Warum gerade den?
Coupéartig in der Optik, limousinenhaft im Raumangebot, superschnell im Aufladen – Der schon gut gereifte GV60, der von Genesis immer fünf Jahre Garantie mit auf den Weg bekommt, zählt weiterhin, mit vielen Stärken und wenig Schwächen, zu den gelungensten SUVs im Coupélook. Mit welcher Motorisierung und ob als Magma oder nicht, darüber richten die eigenen Ansprüche und Wünsche.
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