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Skoda Superb 2.5 V6 TDI Automatic Test: mehr Passat

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Skoda Superb 2.5 Diesel TestDer Antrieb ist weniger elitär, ein 163 PS leistender 2,5 Liter-Diesel. Gut diesen nicht schalten zu müssen – der Schreiber dieser Zeilen verbucht den Erstkontakt mit dem V6, damals im Audi, nicht unter den positiven Erlebnissen: eine Straßeneinmündung, herannahender Verkehr, ein scheinbarer Tritt – wo bleibt der Motor? – ins Leere. Die Kurbelwelle scheint das Drehmoment beim Anfahren oder Zwischenbeschleunigen aus niedrigen Drehzahlen erst anzurühren – etwas teigig, reichlich spröde, lange nicht so leichtfüßig wie von den Vierzylinder-TDIs gewöhnt. Um sich kurz darauf mit vollen Laderschaufeln gewaltig in einigen hundert Newtonmetern Drehmoment zu entladen. Diagnose: eine unharmonische Abstimmung.

Angesichts dieser Motorerlebnisse bestätigt sich im Superb 2.5 V6 TDI wieder einmal, wie entscheidend die Motor-Getriebeabstimmung das Fahrerlebnis bestimmt. Die ersten Zehntel sind bei plötzlicher Leistungsanforderung zwar immer noch höchst meditativ und speziell das akustische Auf und Ab des Diesels in Verbindung mit der Automatik tonal ungewohnt. Aber etwa ab 1.500/min koppelt sich der je nach Last satt säuselnde oder streng knurrende V6-Diesel  (Abgasnorm: EU-4) mit kraftvollem Punch (350 Nm) an das Geschehen an. Die Fünfgang-Automatik (mit Tiptronic) schaltet geschwind und unauffällig hoch und sehr intelligent und einfühlsam zurück. Die Gänge werden für effektives Beschleunigen annährend ausgereizt (bis 4.400/min). Ein Blick auf die um einige Stundenkilometer und eine Beschleunigungssekunde besseren Fahrleistungen der Variante mit Schaltgetriebe (223 km/h, 9,2 s von 0 – 100) weisen bei der Kauffindung in die falsche Richtung: Dann müsste man ja die Gänge selber wechseln – und wahrscheinlich auch hier an mancher Straßenkreuzung auf die sich erst aufbauende Motorkraft warten.

Das Fahrwerk ist einen Hauch straff, gesund fahraktiv, aber trotzdem komfortabel abgestimmt – sehr geglückt. Im Grenzbereich hält sich das ESP (Serie; inklusive Bremsassistent) sehr lange zurück, was für die gut austarierte Abstimmung spricht. Gutmütiges Schieben über die Vorderräder und das helle Aufschreien der Pneus (Testwagen: Goodyear 225/45 R17) markieren territorial und akustisch die drohende Überschreitung der Fahrdynamikgrenzen. Und das ESP mahnt zum Einhalt, ehe fahrerisch Anspruchsvolleres auf den Fahrer zukommt. Der Servolenkung gelingt der Spagat zwischen Sensibilität, Präzision und handfester Leichtigkeit. Der Pedaldruck des Bremspedals ist mehr fest und kurz als tief und weich, heißt schnelles Ansprechen und kein Suchen in der Tiefe nach dem richtigen Druckpunkt – Vertrauen bildende Maßnahmen ohne Bezug zu den auch in dieser Hinsicht nicht sonderlich erfreulichen alten Skoda-Tagen.

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