Fotos: automobil-magazin.de
Autotest
Nissan Qashqai e-POWER Test: Sparsam ohne Stecker?
Was sagt der Autotester über den Nissan Qashqai e-POWER?
Der Qashqai öffnet sich, schon bevor ich die Hand am Türgriff angelegt habe und er verschließt sich ohne Zutun, wenn ich mich ein paar Meter vom Fahrzeug entferne, kundgetan mit den elektrisch einklappenden Außenspiegeln. Praktisch.


Klarheit
Das grazile 3-Speichen-Lederlenkrad liegt griffig in der Hand. Auf der linken Speiche steuere ich das Radio, auf der rechten den Tempomat, die Sprachsteuerung, die Telefonie und Fahrassistenz. Die Instrumente mögen es genauso klar. Links sitzt die Power-Anzeige, rechts der Tacho, dazwischen das Anzeigefeld des Bordcomputers.
Das Head-up-Display (HUD) projiziert die Fahrdaten hell und kontrastreich auf die Frontscheibe. Zum fairen Aufpreis von 650 Euro oder für saftige 3.350 Euro im umfangreichen „Premium Paket“, zu dem auch das Panorama-Glasdach, das dynamische Bose Soundsystem mit 10 Lautsprechern und die schicken 20-Zoll-Felgen zählen. Leider nur im Qashqai Tekna.
Man wischt und toucht sich auf dem scharfen Zentralbildschirm durch die klar angeordneten Menüs. YouTube, Alexa und die Google Maps-Satellitenansicht zählen ebenso zum Infotainment des Testwagens wie eine verständige Spracherkennung, die der Zieleingabe schnell Taten folgen lässt. Positiv: Unterhalb des Bildschirms finde ich noch echte Schalter für das Einstellen von Bildschirmhelligkeit, Klimaanlage, Lautstärke und Kamera.

Zahlreiche Kameraperspektiven
Mit dem Facelift erhielt der Nissan Qashqai die volle Kamerabestückung. Ab dem Ausstattungslevel N-Connecta ist die 360-Grad-Kamera Serie. Diese sorgt angesichts breiter C-Säulen, schmaler Seitenscheiben und einer hoch verlaufenden Heckscheibe für mehr Rangiersicherheit. Sein hohes Sicherheitsniveau stellt der Qashqai III mit fünf Sternen im Euro NCAP Crashtest unter Beweis.


20 Zoll optional
Trotz des schicken Niederquerschnitts 235/45 R20 statt der serienmäßigen 19-Zoll-Reifen geht der Abrollkomfort nicht hops. Auch wenn der Nissan Qashqai bei Langsamfahrt Fugen, Spurrillen und Gullys etwas herber überrollt.

Über 1.000 km in der Praxis?
Der Elektromotor des e-POWER leistet 205 PS und mobilisiert 330 Nm Drehmoment. Jedoch nur im Sportmodus. In der Standardeinstellung beschäftigen 190 PS und 310 Nm die Vorderräder. Der 1,5-Liter-Benziner leistet 158 PS.
Motorisch wurde spürbar Feinschliff betrieben. Kultiviert, kräftig und elastisch arbeitet der Antrieb. Auch bei Vollgas geht es relativ dezent voran. Nur das Aufladen der Batterie während der Fahrt mit erhöhter Drehzahl wirkt archaisch-rau. Es kommt, hörbar, nicht oft vor.


Im Nissan Qashqai e-POWER flüstert der Antrieb oft. Man ist rein elektrisch und laufruhig unterwegs. „AutoHold“ (positiv: einmal aktiviert, immer aktiviert) schont das Fußgelenk beim Ampelstopp. Im Eco-Modus segelt der Nissan frei. Mit dem e-Pedal holt man sich viel Rekuperation hinzu. Das spart im Stadtverkehr oft den Tritt aufs Bremspedal und Kraftstoff. Auf einer Strecke von 10 km durch die Stadt wurden im Test 3 km rekuperiert.

In Nissans Langstreckentest in England legte der Qashqai e-POWER 1.367 km mit einer Tankfüllung zurück und noch 160 km Reichweite steckten im Tank. Verbrauch: 3,76 Liter/100 km. Das Geschwindigkeitsniveau auf deutschen Straße ist höher, der Verbrauch des e-POWER aber auch hier eindrucksvoll niedrig.
In der Stadt und auf der Landstraße mit wenig Autobahn erreichte der Nissan Hybrid, ohne je an einen Stecker zu müssen, im Test eine Reichweite von knapp über 1.000 km. Der durchschnittliche Verbrauch lag bei 5,4 Liter/100 km. Auf Langstrecke mit wenig Stadt und Landstraße konsumierte das Nissan SUV vor dem Facelift 6,7 Liter Super (Test Nissan Qashqai 1.5 VC-T e-Power).
Wer spart, muss allerdings etwas mehr sparen und zum Einstiegspreis von 40.200 Euro die zusätzliche Summe von 5.600 Euro investieren. Im Vergleich zum 158 PS starken Qashqai 1.3 DIG-T Mild-Hybrid.

Warum gerade den?
Der Qashqai e-POWER, für den Nissan drei Jahre Garantie und bis zu 10 Jahre Garantie bei regelmäßiger Wartung gewährt, präsentiert sich optisch und rundum verbessert. Mit ordentlicher Leistung ist man im e-POWER weiterhin so sparsam unterwegs, dass man den Zugang zum Stecker nicht vermisst und die wenigsten den Diesel vermissen werden.
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