Autotest

Mini Cooper S Cabrio Test

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Potenzieren sie den Fahrspaß im Mini mit dem Dach aus Stoff und dem „S“ auf dem Typenschild hoch zwei, und sie ahnen etwas von dem Fahrspaß – das 170 PS starke Mini Cooper S Cabrio im Test.

Cabrio fahren und den Fuß vom Gas nehmen? Wer Cooper S sagt, denkt nicht daran, dass auch eine Hand voll PS für die Fortbewegung genügen könnte. Diejenigen, die sich allein von Sonne und Wind ernähren, fahren Smart Fortwo Cabrio mit Dieselmotor und merken an sehr steilen Anstiegen rasch, dass sich Gegenwind ganz rasch verflüchtigen kann – wer fast steht, wird kaum noch angeweht.

Der alte Cooper S produzierte 163, der neue 170 PS bei 6.000 Umdrehungen. Der Charakter blieb: Ein hohes Begleitsingen des Kompressors und Drehzahl als Allheilmittel. Besser vier- als dreitausend Mal die Kurbelwelle in Rotation versetzt, und dann spürt man ihn auch, den erstarkten Bizeps.

Nur sieben Pferdchen mehr machen keinen neuen Motor? Oder doch? Fakt ist: Die an aufsteigenden Spitzkehren auftretenden Absacker des drehzahlhungrigen Kompressors hat man effektiv kaschiert.

Der Kraftfluss des S wurde fein kanalisiert. Der aufgeplusterte 1,6 Liter-Vierzylinder hängt bündiger am Gas. Die schneidig-direkte Mini-Lenkung ist der Eichstrich, an dem sich andere Fahrzeugsteuerungen zu messen haben. Das Fahrwerk erzwingt die Kurven förmlich. Die Schalthand durchfliegt das Sechsgang-Getriebe.

Mini Cooper S Cabrio: Cockpit

Wenn Bordsteine zu Feinden werden, sitzt man hinten: Und bekommt sie zu spüren, die wenig herzliche Steifheit des Unterbaus. Oder den defizitären Fußraum, oder die Beklemmung zwischen den Seitenverkleidungen – glückliche erwachsene Mini-Insassen sitzen eben vorne.

Der solide Türfall kündet von erwachsener Verarbeitungsqualität. Die A-Säulen drängen, viel Sicht schaffend, weit nach außen. Außergewöhnliche Aussichten auf Kipphebel in Chrom, Paneele in Wagenfarbe und klassische Rundinstrumente schließen sich an. Was den Abschluss nicht besser macht: Die charmanten Chromhöcker mit Überrollfunktion nehmen einem den Blick.

Mini Cooper S Cabrio: Schalter

Auch unter Nutzung aller Spiegel und Schulterblicke bleibt immer das ungute Gefühl, etwas übersehen zu können. Ganz einfach weil, geschlossen, das Heckfenster zu klein oder, geöffnet, das Dachgebirge am Fahrzeugende zu hoch ist. Der Kofferraum, nur über eine enge Luke mit Gepäck ansteuerbar, macht nicht viel her – hier bleibt der Mini echt mini (120 l). Das Gepäck findet aber, beim Beladen durchaus praktisch, bequem auf der nach unten öffnenden Kofferraumklappe Platz.

Stichwort „ öffnen“: Der Cooper S ist zwar der Lausbub unter den viersitzigen Cabrios, aber trotz seinem aufreizenden Handling und vieler PS mehr unter der Haube, als eigentlich vernünftig, ein Musterknabe an Verdeckverstand. Oder in welchem Spaßauto sitzt man so schnell und so einfach (ein Schalter für auf, einer für zu) im Freien, ohne dass der Kofferraum beim Öffnen des Verdecks groß verloren geht?

Den Wind moduliert man sich mit dem Windschott oder – wobei im Rückraum immer kräftiger Zug herrscht – in drei Verdeckpositionen (offen, halboffen, geschlossen) und mit den vier Seitenscheiben.

Was wünscht man sich daher mehr, als ein relativ leises Stoffdach, ein schon hinter dem Fensterrahmen beginnendes „Schiebedach“ und die gute Wintertauglichkeit des Überbaus (beheizte Heckscheibe)? Wirklich nur eine bessere Sicht nach hinten und die große Windschott-Tasche auf Reisen nicht im Kofferraum.

Mini Cooper S Cabrio Kompressor TestMini Cooper S Cabrio Testbericht

In Kauf zu nehmen, hat man ansonsten nur, dass die Heckscheibe schnell verschmutzt, die Sitze nicht jedermann überzeugen (viel Seitenhalt, aber bei manchem Fahrer: vom Rückteil etwas getrübter Langstreckenkomfort), und dass das schicke DSC-Chromhebelchen – nicht verwechslungssicher – recht unglücklich genau neben dem linken Fensterheber platziert wurde.

Soviel Charme im Umgang und im Auftritt ist selten. Der S steht mit sportivem Bug und durchtrainiertem Heck auch optisch gut im Futter.

Wer wahre Begeisterung, die eigene oder die Außenstehender, wecken möchte, geht im zweiten Gang bei etwa 3.000 Umdrehungen mit dem Fuß vom Gas: Die abgehenden Gase poltern und bollern nun so herrlich im Auspufftrakt, dass sich Köpfe nach dem Cooper recken, und der Fahrer innerlich glücklich grinst.

Mini Cabrio Test: Dach, geschlossen

So hat es doch etwas Gutes, im Cabrio mal den Fuß vom Gas zu nehmen – Sparen? Der Beweggrund dafür ist ein anderer. Charakter bestimmt sich auch über die Aussprache – und die macht beim Cooper S Cabrio, wie das ganze Auto, eben besonders an. (2005)

 

Weitere Informationen

https://www.mini.de

 

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