Was fühlt der Autotester?
Das mit der idealen Gewichtsverteilung spürt man nach den ersten Kurven. Die feinfühlige Lenkung liefert gute Infos vom Belag, mit denen gute Fahrer sehr gut etwas anfangen können. Das Fahrwerk inspiriert. Die Lenkung arbeitet informationsfreudig. Das Heck lenkt bei forciertem Gaseinsatz schön mit. Die Piste nimmt der XE 20d mit dem „Adaptive Dynamics“-Fahrwerk schön an der Haftung unter die Räder. Beim Kurvenwedeln kommt im britischen Jag echte „Freude am Fahren“ auf, auch wenn dieser Slogan in München geboren wurde.

Dem Komfort ist das allerdings nicht förderlich. Trocken reicht der XE mit dem Sportfahrwerk, wohl eher auf den Krallen als auf den Tatzen abrollend, schlechten Asphalt nach innen durch. Wer einen Jaguar mit Komfort und sanftem Abrollen in Verbindung bringt, erfährt hier neue Welten, weil der Jaguar XE mit agilem Handling und erfreulicher Fahrdynamik Kante zeigt – das hat Charakter.


Die Katze ist verkatert – Im Dynamikmodus zieht die überzeugende 8-Gang-Automatik von ZF die Schaltstufen flott durch und in „Eco“ träger. In der Praxis entscheidet man sich für den guten Kompromiss „Normal“, denn damit läuft es schon richtig gut, ohne dass viel Diesel aus dem 56-Liter-Tank läuft. Aber richtig leise läuft es nicht. Morgens beim Kaltstart ist die Katze verkatert. Erstaunlich laut und rau geht es auf den ersten Metern zu und auch im Stadtverkehr, wo ständig be- und entschleunigt wird, knurrt der Vierzylinder-Turbodiesel im XE 20d nicht gerade ungeniert.
Das verfliegt aber alles auf der Landstraße und Autobahn, wo das Motorgeräusch weitgehend sirrend in den anderen Fahrgeräuschen untergeht und der Motor mit seinen 430 Newtonmetern Drehmoment phantastisch sämig am Gas hängt. Das Drehzahlniveau bleibt dabei niedrig. Mit AdBlue erfüllt der XE 20d die Abgasnorm EU6 und mit einem Verbrauch von nur 6,2 l/100 km im Test alle Erwartungen – im positiven Sinne.
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