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VW Phaeton 5.0 V10 im Test: Agenda V10

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vw-phaeton-v10-tdi-testDie Kanzlerfrage stellt sich auch so: Mercedes S-Klasse, Audi A8 oder VW Phaeton? Eine mögliche Antwort auf eine so grundsätzliche Frage hieß bis heute W12, eine andere mögliche wäre V10. Der Kanzler im Volkswagen ist lange Alltag, der Kanzler mit Dieselantrieb noch nicht – der VW Phaeton mit 5,0 Liter-V10 im Test.

Der Phaeton ist schon von Geburt an um vieles sozialverträglicher als Gerd Schröders Sozialreform. Sozusagen Schmidt light, Eichel schmackhaft. Eine gut versteckte Investition, die klassische Anti-Sozial-Neid-Karosserie – am Anfang im Rückspiegel Passat, erst darauf Phaeton und Oberklasse.

Dass sich die äußere Dezenz bisher nur in einigen tausend Phaeton im Markt niederschlug, mag an der etwas zu wenig markanten, zu familiennahen Front liegen oder daran, dass mit den zu Anfangs einzig lieferbaren Motoren, dem 3,2 Liter-V6 und dem 6,0-Liter-W12, die goldene Leistungsmitte etwas vernachlässigt wurde. Dies betreffend erscheint der 5,0 Liter-V10 als Lichtblick am Bilanzhorizont: Eine fulminante Idealbesetzung im 2,4 Tonnen schweren Phaeton. Monumental, kraftstrotzend, emotional wie kein anderes Diesel-Aggregat. Kein Vergleich zum V6, sparsamer als der W12 und damit eine große, geräumige Limousine mit Vernunft und Emotion.

Der noch nicht warm gefahrene Motor ist dabei am eindrucksvollsten: Die Kolben hämmern herrlich ungestüm im Motorraum. Was für ein herrlich barocker Antrieb. Der Bass sitzt unverschämt tief, die Leerlaufdrehzahl (600/min) auch. Die im Stadtverkehr alltäglichen 1.100 bis 1.500 Umdrehungen der Kurbelwelle und die beim Tempo von 180 km/h fast unverschämt ruhigen 2.600/min geben dem Gedanken Lauf, dass mit dem Aggregat ursprünglich einmal ein Schiff vorangetrieben werden sollte.
Oberklasseaggregate, die so ehrlich intonieren, was sie zu leisten vermögen, sind sehr selten geworden. Vor der Tür gibt sich der V10 mit satt unterfüttertem Dieselschnarren unmissverständlich als Selbstzünder zu erkennen, drinnen grollt er bei Volllast so wohlig wie ein alter V8 und bei Teillast so verhalten wie ein guter Benziner – das Resultat geglückter Fahrzeugbedämmung.

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