Fotos: automobil-magazin.de
Autotest
Suzuki S-Cross Allgrip Test: 4×4 als Schalter
Was sagt der Autotester über den Suzuki S-Cross?
Die Automatik begeisterte im Test des Suzuki S-Cross mäßig (Test Suzuki S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Allgrip Automatik). Der Automat neigt gelegentlich zum Drehzahltaumeln mit sehr niedrigen Drehzahlen. Die Stellung „D“ sollte für intuitives Finden am Ende des Wahlhebelwegs liegen und nicht das im S-Cross selten frequentierte „M“ – man sitzt nicht in einem Sportwagen.


Das 6-Gang-Schaltgetriebe kostet keine Konzentration und nichts extra. Als Schalter wirkt der S-Cross harmonischer. Der höhere Gang sorgt selbstbestimmt und schnell für Ruhe im Motorraum, wo der Antrieb zumeist kultiviert vierzylindert.


Dem Turbo sei Dank
1.373 Kubikzentimeter Hubraum, Turbolader, Mild-Hybrid-Unterstützung. Der Vierzylinder verschickt bei 4.400 Touren 109 PS Leistung an die Vorderräder und zwischen 2.000 und 2.500 Umdrehungen 235 Nm Drehmoment.
Fern der Raktenstarts
Cruisen gelingt im hohen Gang kultiviert und leise. Niedrige Drehzahlen verdaut der Motor gut. Raketenstarts liegen ihm aber fern. 1.285 bis 1.310 kg Gewicht, aus dem bei voller Beladung bis zu 1.780 kg werden, wollen bewegt werden. Und das dauert ein bisschen.
In 12,2 Sekunden beschleunige ich den S-Cross 4×4 von 0 auf 100 km/h. Die Automatikvariante ist schneller, aber immer noch langsam (11,0 s). Bei 180 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Geht in Ordnung.
Unkompliziert, nicht sportlich
Die Gefühle auf der Bremse und in der Kurve fügen sich ebenfalls ins Konzept. Die Lenkung rotiert leichtgängig. Das Handling ist unkompliziert, aber, was die Reaktionen auf Lastwechsel und das Untersteuern offenbaren, nicht sportlich. Am Fahrverhalten und Fahrkomfort, der bei Langsamfahrt ein wenig mehr hoppelt, gibt es wenig zu auszusetzen.



Finden, nicht suchen
Die Instrumente zeigen klipp und klar an. Links der Drehzahlmesser, rechts der Tacho. Auf dem Touchscreen verliert man sich nicht. Die Touchflächen für die Lautstärke oder zum stumm stellen des Radios könnten aber etwas größer ausfallen.
Seinen Alltag steht der Suzuki S-Cross souverän. Das 360-Grad-Rundumsicht-System mit Heck- und Frontkamera zeigt einem sogar die Stellung der Reifen am Bordstein. Der automatisch das Gas geben und Bremsen übernehmende ACC-Tempomat macht lange Strecken viel bequemer als ohne.
Die Bedienung gibt mit einer guten Mischung von Schaltern und Touchscreen keine Rätsel auf. Wenig wird gesucht, viel schnell gefunden.



Traktion und Kühlkette
Auf „Lock“ und die Differenzialsperre verteilt die Kraft im Verhältnis 50:50 auf die Achsen. In Kombination mit dem in dieser Fahrzeugklasse seltenen Allradantrieb ist die Traktion aufstiegstauglich.
So kalt kann es einem gar nicht sein, dass man die optimal platzierten Schalter der zweistufig regulierbaren Sitzheizung übersieht. Bei Hitze empfiehlt es sich, die Start-Stopp-Automatik auszuschalten. Dann reißt die Kühlkette im Fahrzeug nicht bei jedem Ampelstopp ab.

Achtung Kreuzung!
Highend erwartet man zu diesem Preis nicht. Nicht bei der Spracherkennung, nicht bei der Navigation. Die große Ablagefläche vor dem Schalthebel sieht so aus wie eine induktive Smartphone-Ladestation. Ist aber keine. Das Smartphone kabellos über Apple CarPlay einbinden? Nee, nur übers Kabel. Achtung Kreuzung! Der Warnton des Kreuzungsassistenten nervt. Er warnt übervorsichtig.


Hybrid und sparsam?
Die Start-Stopp-Automatik arbeitet sanft und schnell und spart in der Stadt während langer Ampelphasen etwas Kraftstoff ein. Im Test sehen wir Verbrauchswerte um die 5,5 Liter/100 km auf der Verbrauchsanzeige. Der Verbrauchsreport nach jedem Abstellen hilft. Die Anzeige der Reichweite in jenem Moment nicht, wenn sie sich bei 50 km Restreichweite einfach verabschiedet.


Selbstbestimmtes Schalten
Mit der Automatik kam der Suzuki S-Cross 4×4 mit einer Tankfüllung von 47 Liter auf knapp 630 km Reichweite. Hauptsächlich in der Stadt und auf der Landstraße bewegt, landete der Verbrauch im Mittel bei 7,5 Liter/100 km. Mit dem Schaltgetriebe kamen wir auf 660 km Reichweite, was einem Testverbrauch von 7,1 Liter/100 km entsprach – 0,4 Liter Super weniger als mit der Automatik.


Warum gerade den?
Mit dem Schaltgetriebe fährt sich der Suzuki S-Cross selbstbestimmter, ruhiger und harmonischer. Die Automatik kann man sich sparen und steigt dann für 25.600 Euro ein. Der S-Cross ist und bleibt einer, der mit seiner unprätentiösen Praxisorientiertheit und dem 4×4-Antrieb den Unterschied macht. Den Alltag steht er ohne Allüren, nach dem Prinzip: kompakt. geräumig. praktisch. Die Komfort- und Sicherheitsausstattung ist gut. Auftritt und Verarbeitung wirken grundsolide. Der 1,4-Liter-Turbobenziner mit Mild-Hybrid-Technik ist solide Kost.
Weitere Informationen zum Suzuki S-Cross




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