
Autotest
Smart Fortwo Cabrio Brabus Test: Bonsai McLaren
Schaukel mich in den nächsten Gang? Die Intensität der Schaltrucke sind streng davon abhängig, wie stark das Gas gedrückt wird – Tipp: Halbgas. Das Ur-Gesetz des 98er-Ur-Smart mit oder ohne (immer noch verschlafenem) Softtouch hat weiter Bestand: Schaltet man nicht, macht es die Automatik.
Der Dachautomat, von vorne bis hinten elektrisch und im Finale nun in einem Glasfenster endend (nur die Heckseitenfenster bleiben stehen, die Dachholme werden im praktischen Heckklappenfach verstaut), ist ein Bediensonnenschein: Ein doppelter Knopfdruck, kein Herumlaufen, ruckzuck offen mit der Fernbedienung und auch in Fahrt – eine der flottesten Kapuzen auf dem Markt.
Mit dem Herunterlassen ist auch der (geschlossen deutlich ausgeprägte) tote Winkel gestorben, der Kofferraum (220 l) deutlich verbaut und der Blick zurück ebenso: der Verdeckwulst füllt nun den halben Innenspiegel – bei der Kürze und Klarheit des Heckabschlusses aber kein Problem.
Kurzer Radstand ist immer noch kein Federbett, aber das, was man Komfort nennen kann, hat sich mit dem Längenzuwachs von 2.500 auf 2.695 mm deutlich gebessert – selbst im knochigen Brabus. „In die Kurve legen“ hat trotz 10 mm-Tieferlegung wegen dem hohen Aufbau – sportliche Sitzposition viceversa, stattdessen klare Sicherheitsvorteile im Fall eines Seitencrashs – noch einen anderen Sinn.
Zur Seitenneigung addieren sich je nach Kurvenlast Untersteuern, fröhliches ESP-Fackeln und in schnellen Autobahnkurven das Gefühl einer „leichten“ Vorderachse.
Spitze 155 mutet – gefühlt, gerüttelt, angeblasen – sowieso an wie 250 Stundenkilometer im SL. Trotzdem offeriert der kurventanzend gemachte Brabus mit dem belagsfühligen Fahrwerk und dem grell posaunenden Aggregat, was es ausmacht: flott rein, flott durch, flott raus – Spaß an der Biegung.
Der Innenraum erfährt (für reichlich mehr als Portokasse) eine deutliche Aufwertung: Schwarzes Leder an Sitzen, Lenkrad und Armaturenbrettunterseite, Aluapplikationen und Brabus-Embleme rundum (selbst am Doppelauspuff), Klimaanlage und den vollen Uhrensatz (für Drehzahl und Uhrzeit).
Keine Frage, im Interieur ist der äußerlich nicht allzu geschmacksneutral mit Schwellern und heftig mischbereiften Leichtmetallrädern aufgepretzelte Fortwo („Monoblock IV“: vorne 175/50 R16, hinten 225/35 R17) sowieso der schickste. Trotzdem, die Lenkradverstelloption fehlt.
Das heißt: Tachoblindflug für Sitzriesen zwischen 40 und 160 km/h – „Tempo geschätzt“: Eine schlechte Ausrede, nachdem die Jungs in Zivil das Foto schon gemacht haben.
Auch teuer: 7,7 Liter Super Plus floßen im Testmittel aus dem 35 Liter-Reservoir, und 22.430 Euro kostet das Brabus Xclusive Cabrio.
Die Ausstattung kann man üppig nennen, die Verarbeitung gut, das Parktalent immer noch enorm und das variable Dach nun endlich ganz und gar gelungen, aber: Ein um weitere Ausstattung (das geht!) ergänztes Brabus Cabrio zum Preis von fast zweien in der Basisvariante Pure?
Typisch: gut eingekauft, aber teuer gespart – zumindest ziemlich genau 470.000 1-Euro-Münzen auf einen offenen SLR. (2008)
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