Autotest

Land Rover Freelander 2 eD4 im Test: Nimm 2?

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Zwei statt Vier – den Land Rover Freelander erhält man endlich auch mit Frontantrieb. Endlich? Test Land Rover Freelander 2 eD4.

Freelander, ed4s, Diesel, Test

Der Markt will sie, die kompakten SUVs mit lediglich einer angetriebenen Achse. Das macht nicht geländegängiger, aber ökonomischer und ökologischer. Also folgt nun auch der 4×4-Spezialist Land Rover – Traktion aus Tradition – diesem Ruf und stellt neben die bekannte Freelander-Variante mit permanentem Allradantrieb und Haldex-Hinterachsdifferential den eD4.

Und so kommt es, wie es kommen muss: Die Vorderräder drehen durch. Stoisch vorzupreschen, ohne mit der Flanke zu zucken, gelingt dem eD4 bei Nässe nicht. Das ist schon ein gravierender Unterschied zum allradgetriebenen Freelander.

Der Vorteil von „zwei weniger“ spürt man jedoch genauso: Frontantrieb spart. Beim Einkauf schon und danach, dazu später mehr, lebenslang an der Tankstelle. Zudem macht der Verzicht auf die Komponenten des Vierradantriebs den Freelander eD4 um 75 Kilo leichter.

Damit rollt der Brite nicht nur unbeschwerter, sondern auch etwas leichtfüßiger, und das mit der Handlichkeit in der City gelingt auf 4,5 Meter Länge dank der smoothen Servolenkung auch gut.

Rover Freelander, Dieselmotor, Test
Die 420 Newtonmeter Drehmoment des 2,2-Liter-Diesels sind eine ordentliche Hausnummer. Das sind dank neuem VGT-Lader noch mal 20 Newtonmeter mehr als bisher (390 Nm). Und das Pfund des Vierzylinders ist bündig mit dem gut zu bedienenden Sechsgang-Schaltgetriebe verzahnt.

Subjektiv geht der Landy so besser, als es die 11,7 Sekunden bis 100 km/h auf dem Datenblatt erwarten lassen. Die minus 2 dB Mindergeräusch, die auf dem Prüfstand gemessen wurden, werden in Fahrt durch einen einfachen Beifahrerkommentar in Frageform bestätigt: „Das ist ein Diesel, oder?“ Effektiver Bedämmung sei auch Dank, ein leiser. Ergänzt um den Dieselpartikelfilter mit katalytischer Beschichtung, die Batterieladungsrückgewinnung und die Steuerungselektronik IPMS.

Freelander 2wd, Schaltung, Getriebe

Überarbeitet wurde auch das serienmäßige Start-Stop-System. Blitzstarttauglich ist der verdieselte Freelander damit immer noch nicht.

Wegen der grundsätzlich größeren Startträgheit des Selbstzünders arbeitet das System immer noch deutlich langsamer als die Blitzstarter mit Benzin im Tank. Mit Frontantrieb bleibt der 68-Liter-Tank aber länger gefüllt.

Im Testdurchschnitt genehmigt sich der 181 km/h flotte Einstiegs-Freelander nur 7,3 Liter alle einhundert Kilometer. Das sind 1,2 Liter weniger als das Pendant mit Allradantrieb und Start-Stop.

Nun verkraftet der elastische 150 PS-Turbodiesel zehn Prozent Biodiesel im Tank (vorher: bis zu 5 %), und das mit dem CO2 gelingt ihm auch besser: Mit 158 g/km produziert er neun Prozent weniger – der niedrigste Wert eines Land Rover-Modells.

Freelander, Test, Cockpit, Armaturenbrett

Äußerlich wurde der Neue behutsam aufgefrischt. Am Frontstoßfänger, Kühlergrill, sowie an den Vorder- und Heckleuchten und an einigen nun in Wagenfarbe lackierten Elementen kann man es erkennen. Neun neue Farbtöne stehen zur Wahl. Die neue Wahl ist die gute alte – Land Rover-Qualität erhielt und erhält man weiterhin schon mit dem Basismodell. Die vom Evoque geborgten kuscheligen Sitzbezüge („Dinamica“: eine Kunstfaser in Velours-Leder-Optik) und eine behutsam neu gezeichnete Armaturentafel sowie die etwas besser ablesbaren Instrumente machen den Unterschied zwischen Erstauflage und 2012er Facelift.

Freelander, Innenraum, Bedienung, Cockpit

Der Rest ist bekanntes Freelanderland: Gutes Herausblicken dank viel Glas und tiefer Seitenscheiben und erhabene, weil erhobene Übersicht und viel Platz im Fond.

Den variablen Kofferraum (405 – 1.670 l) steuert man mit dem Gepäck wegen mehr Bodenfreiheit (Bereifung in 18 oder 19 Zoll) über eine deutlich höhere Ladekante als im Kombi an – als Nachteil empfindet man das nicht immer. Beispielsweise nicht, wenn ein Getränkekasten, der eh etwas über Stoßstangenhöhe getragen wird, eingeladen wird.

Nimm 2? Besser 4 wegen der besseren Traktion. Aber man kann auch zu einem anderen Schluss kommen: In den meisten Fahrsituationen braucht man die zusätzliche Antriebsachse des TD4 tatsächlich nicht, da Traktionsverlust nur bei starker Beschleunigung und klitschigem Grund auftritt.

Land Rover Freelander, 2wd, Test

Der Alltag eines Freelander findet jedoch oft zu hundert Prozent auf der Straße statt. Also darf man ruhigen Gewissens sparen. Nicht nur am Kraftstoff, sondern schon zuvor. Das Einstiegsmodell des Land Rover Freelander ist mit 28.200 Euro um 1.700 Euro günstiger als der TD4. Auch ein gutes Argument.

 

Weitere Informationen

https://www.landrover.de

 

 

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