Test

Jaguar XJ 3.0 L Diesel im Test: Reset XJ

Von  | 
VOHERIGE SEITE1 von 3NÄCHSTE SEITE

Reset Jaguar? Wird die Tradition mit moderner Formgebung und weit höherem Preis in der 8. Generation an- oder ausgeknipst? Test: Jaguar XJ 3.0 L Diesel S.

Jaguar XJ Langversion Testbericht: Karosserie

Reset XJ – Von außen betrachtet, deutet die von Ian Callum gezeichnete 8. Generation, ohne sofort ersichtliche Reminiszenzen an das Urmodell von 1968, die Tradition ganz neu: int weicheren Linien und einem puristischen Heckteil mit weit in den Kofferraumbereich pfeilenden LED-Lichtmodulen. Historisches Andocken Fehlanzeige. Nachhilfe für den neuen Mythos XJ tut offensichtlich Not. Anders ist der überdeutliche Hinweis mit insgesamt neun augenfälligen „Jaguar“-Emblemen im Interieur – auf der Mitte des Armaturenträgers, auf den eleganten Schwellern und den verchromten Türöffnern – kaum zu deuten. Als ob es sonst keiner bemerken würde?

Parkhäuser sind keine Freudenhäuser. Keine neue Erkenntnis, aber eine sich in der XJ Langversion vertiefende. Wo er endet, ist nur eine Ahnung, die Maße Gewissheit: nach eindrucksvollen 5,25 m. Die serienmäßige Einparkhilfe: notwendig. Totwinkelwarner in beiden Außenspiegeln: sinnvoll. Die serienmäßige Rückfahrkamera (positiv: mit auffällig wenig Verzerrung): hilfreich.

Dem elegant ausfließenden Ende fehlt es am deutlichsten an Übersicht. Die Heckscheibe baut so hoch und flach, dass im Innenspiegel nur noch der Dachaufbau hinterher fahrender Autos zu erkennen ist. Vorteil: Drängler haben es beim XJ sichtlich schwer. Man bemerkt sie kaum.

Liegt auch am famosen Dieselmotor. Die linke Autobahnspur dominiert die Limousine lässig-leicht (Gewicht: nur 1.796 kg, Langversion: + 17 kg) mit dem bekannten Dreiliter-Biturbodiesel, der im Vergleich zum schon überzeugenden 2,7-Liter-V6 mächtig Anabolika ins Kitekat gestreut bekam. Mit viel Körperspannung, gehaltvollem Zug und der dezenten Vehemenz von 600 Nm. Selbst Jaguars nochmals 235 PS stärkerer 5,0-Liter-Kompressormotor kann nur ein Hauch mehr Drehmoment (625 Nm bei 2.500 U/min). Gefühlt drückt er, kann er, will er immer.

Neuer Jaguar XJ 3.0 Diesel Test

Trotzdem pendelt der Zeiger des Drehzahlmessers, von den Stufen fünf und sechs gepflegt in Zaum gehalten, im Stadtverkehr oder auf der Landstraße oft nur um 1.250 Umdrehungen. Alles eindeutige Zeichen für eine sehr gut abgestimmte Motor-Getriebe-Kombination.

Weitere Zeichen: Laufruhe und niedriger Verbrauch. Der V6 hängt, von der ZF-Sechsgang-Automatik sanft und hintergründig geleitet, massiv am Kraftfluss, trotzdem rächt sich das kaum an der Zapfsäule: manchmal nur 7,5 Liter auf dem Bordcomputer, im Schnitt 9,4 Liter Diesel. Die direkten Konkurrenten stemmen rund vier Zentner mehr auf die Waage – sehr gute Voraussetzung für niedrigen Verbrauch im XJ.

Neuer Jaguar XJ 3.0d: Cockpit, Armaturenbrett

Streichele mich nicht, fahre mich – mit der Sporttaste, mit der das Triebwerk direkter anspricht, beißt die Katze noch herzhafter ins Drehmoment. Die Kombination von Dynamik-Modus und „S“-Schaltlogik tut allerdings etwas zuviel des Guten: Nun dreht der Automat höher aus und hält die Gänge länger. Das sahnige Drehmoment raut auf, wird unsämig. Falsche Aggressivität – die Sportoptionen passen besser zum V8 (385 PS) oder zum V8-Kompressor (510 PS).

VOHERIGE SEITE1 von 3NÄCHSTE SEITE

Sie müssen eingeloggt sein, um einen Kommentar abzugeben Login

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen