Autotest

Kia Soul Diesel Test: Koffer Soul

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Soul = die „Seele“ oder die Musik? Manches gelingt dem Soul mit dem 128 PS starken Dieselmotor komischerweise überzeugender, als bepackt zu werden. Test: Kia Soul CRDi.

Kia Soul Diesel Test

Der erste Eindruck kann täuschen. So einen kultivierten Vierzylinder-Diesel, mit eher schnurrigem als knorrigem Grundton, die knackige Schaltung und das angenehm handlich-straffe Fahrwerk hätte man dem Soul angesichts seiner bauklotzartigen Form gar nicht zugetraut.

Mancher Betrachter tippt wegen der bauchigen Kotflügel auf 4×4. Tatsache ist: 2×4 (Frontantrieb) – und nur der. Die Servolenkung zaubert eine ordentliche Balance von Direktheit und Leichtigkeit auf die Straße. Der Komforteindruck ist, bis auf die manchmal „trommelige“ Vorderachse (vielleicht liegt es am coolen Niederquerschnitt 225/45 R18), positiv.

Das Verhalten bei Lastwechseln dagegen nicht: Bei plötzlichem Bremsen mitten in der Kurve reagiert der Soul mit zu viel Unruhe im Heck. Und auch wenn der Fuß in der Kurve nur mal vom Gas geht, verlieren die Hinterreifen schon etwas Halt.

Kia Soul Diesel CRDi Testbericht: Cockpit, Lenkrad, ArmaturenKia Soul Diesel Test: Kamera im Spiegel, Spiegelkamera

Erwartung Sechsgang-Schaltgetriebe, Tatsache Fünfgang-Wechsler: Die Erwartung wird jedoch in der Praxis nicht erschreckt, denn der laufruhige Reihenvierzylinder überzeugt auch mit dem kurzwegigen Fünfgangvorwähler, ohne dass das Drehzahlniveau über Gebühr steigt. Und ebenso im Kraftgesamteindruck – 260 Nm in der Region zwischen 1.900 und 2.750/min sind schließlich ein Pfund mit dem sich solide arbeiten lässt.

Unter 1.500/min ist von diesen Kräften zwar noch wenig zu spüren – kein Turboloch, eher eine Anfahrlethargie-Ebene, aber dann. Hin zur 5.000 auf dem Drehzahlmesser wird der CRDi, der ab 4.300/min Rot unterlegt keult, ziemlich lautgeräuschig. Typisch Diesel. Also hält man ihn mit dem zärteren Diesel-Gasfuß dort, wo es leise und kräftig zieht: so um die 2.000.

182 km/h für 128 PS sind keine Wucht. Der Soul CRDi steht sich jedoch nur im Finale beim Erreichen der Höchstgeschwindigkeit im Weg. Nicht vorher.

Der niedrige Verbrauch des Diesels (je nach Fahrweise: cirka zwei Liter weniger) im Vergleich zum 1,6 Liter-Benzinmotor (Testverbrauch CRDi: 6,2 l/100km, CO2-Ausstoß: 137 g/kg) und das insgesamt niedrigere Drehzahllevel bei Maximalleistung (128 PS bei 4.000 versus 126 PS bei 6.300/min beim Benziner) weisen den Selbstzünder eindeutig als die ideale Motorisierung aus – von der Papierform, aber auch in der Praxis.

Kia Soul Diesel Test: Innenraum, Mittelkonsole

Weniger „soul“ im Innenraum – Das smarte Äußere verläuft sich innen etwas. Der Kunststoff macht, bis auf das poppige Rot des Handschuhfachinlays und der Ablagefläche des kleinen Fachs oberhalb des Radios, in Schwarz-Grau auf seriös. Die Atmosphäre ist licht und angenehm, jedoch bis auf das „Soul“-Psychomuster der Sitze nicht flippig.

Dazu gibt´s viele Ablagen (ins zweigeschossige Handschuhfach passt sogar ein DIN-A4-Format längs), ein „Uni“-Funktions-Lederlenkrad (nur Tasten für die Radiosteuerung) mit subjektiv mäßiger (etwas glatter) Haptik, eine intelligent im Innenspiegel installierte Rückfahrkamera und einen hohen, weiten Innenraum – der auch Hifi (acht Lautsprecher und ein Subwoofer) echt gut klingen lässt.

Kia Soul Benziner: Kofferraum, laden, trunk, boot

Warum das Kofferabteil so klein ausfällt, wird im Fond klar: Viel Platz gibt es für die Beine. Auch große Erwachsene sitzen gut. Für Sicherheit (ESP, sechs Airbags, aktive Kopfstützen vorne) ist mit hoch ausfahrenden Kopfstützen auch hier gesorgt.

Schade ist, dass Fuß- und Gepäckraum nicht variierbar sind, da die Verstellung an der Rückbank komischerweise eingespart wurde. Schade, weil dies neben dem fehlenden Tempomat und dem angesichts von 4,10 m Länge winzigen Kofferraum das einzige ist, was wirklich stört.

Kia Soul Diesel Testbericht

Sonst steckt mit leisem Dieselmotor, angenehmem Komforteindruck, den entspannenden Qualitäten eines echten Langstreckencruisers und dem spielerischen Handling soviel „Seele“ im Soul, dass daraus im Alltag „Musik“ wird – Urteil Kia Soul: nicht nur originell, sondern empfehlenswert. (2009)

 

Weitere Informationen

https://www.kia.com/de/

 

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